Ulleungdo „Radweg der Träume“ – Rundkurs & Hinweise

Radfahren · Veröffentlicht 12.8.2026 ·

자전거길 트랙·시설 (공공데이터: 행정안전부 국토종주 자전거길 DB) · 🏆인증센터 💧급수대 🚻화장실 🔧공기주입기 · 지도 © OpenStreetMap ⤓ GPX 다운로드

Auf einen Blick

KennzahlBewertung
① Schwierigkeit der Strecke★★☆☆☆
② Versorgung & Infrastruktur (Stempelstellen, Wasserstellen)★☆☆☆☆
③ Stempelstellen (Zertifizierungszentren)0 (keine vorhanden)
④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Frühling★★☆☆☆
④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Sommer★★★☆☆
④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Herbst★★☆☆☆
④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Winter★★★★☆

※ Quelle: Datenbank der landesweiten Fernradwege des koreanischen Ministeriums für Inneres und Sicherheit (Ministry of the Interior and Safety of Korea) · Die Saisonangaben sind Richtwerte


Überblick

Überblick Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Jeodong-ri, Ulleung-eup, Landkreis Ulleung, Gyeongsangbuk-do) · Gonggongnuri (koreanische Open-Government-Lizenz)

Der Ulleungdo-Traumradweg (Ulleungdo Kkumi Itneun Jajeongeo-gil, „Ulleungdo Dream Bike Road”) ist eine Rundstrecke, die einmal komplett der Küstenlinie dieser Vulkaninsel mitten im Ostmeer folgt. Mit den Radwegen entlang der vier großen Flüsse im Landesinneren, wo man endlos über flache Uferdämme rollt, hat das wenig gemein. Links wechseln sich tiefblaues Meer und bizarre Felsformationen ab, rechts senkrecht aufragende Klippen und Wald, und weil die Dörfer in kurzen Abständen aufeinanderfolgen, verändert sich das Landschaftsbild gefühlt ständig. Anders als bei einer Streckentour, bei der man immer nur in eine Richtung fährt, kehrt man ganz von selbst wieder in das Hafendorf zurück, von dem man gestartet ist — und genau das ist der größte praktische Vorteil dieser Route: Das Gepäck bleibt in der Unterkunft, man fährt einfach leicht los.

Für die Nutzung bieten sich im Wesentlichen vier Varianten an.

Erstens: die Tagesrunde. Frühmorgens im Hafendorf starten, einmal die Küste umrunden und am Nachmittag zurück zur Unterkunft — das ist die Standardvariante. Man reduziert das Gepäck aufs Minimum, nimmt nur Wasser und ein paar Snacks mit; für alle, die mindestens eine Nacht auf der Insel bleiben, passt das am besten.

Zweitens: die geteilte Tour über zwei Tage. Dabei fährt man die Insel je zur Hälfte im und gegen den Uhrzeigersinn, verteilt auf zwei Tage. Am ersten Tag die eine Küstenseite, am nächsten die andere — so bleibt an den Anstiegen Luft, und an den Aussichtspunkten kann man sich zwischendurch richtig Zeit lassen. Empfehlenswert für alle, die zum Fotografieren unterwegs sind oder ihrer Kondition nicht ganz trauen.

Drittens: die kombinierte Reise mit Brompton oder Minivelo plus Fähre. Ein Faltrad ist beim Einschiffen auf die Fähre, bei der Fortbewegung auf der Insel und bei der Aufbewahrung in der Unterkunft gleichermaßen im Vorteil. Allerdings unterscheiden sich die Mitnahmeregelungen für Fahrräder je nach Reederei und Verbindung — klären Sie das unbedingt schon bei der Buchung individuell ab. Beim Minivelo kann eine niedrige Übersetzung an den Küstenanstiegen ordentlich zur Last werden; planen Sie also von vornherein Abschnitte ein, in denen Sie nicht die Zähne zusammenbeißen, sondern schlicht schieben.

Viertens: die Teilstrecke für Familien und Einsteiger. Hier peilt man gar nicht erst die komplette Runde an, sondern pendelt nur auf dem sanften Küstenabschnitt rund um das Hafendorf mit der Unterkunft hin und her. Für Familien mit Kindern oder alle, die nach langer Pause mal wieder aufs Rad steigen, ist diese Variante deutlich sicherer — und macht am Ende auch mehr Freude.

Streckeninfo

Streckeninfo Foto: Bildergalerie der Korea Tourism Organization (Jeodong-ri, Ulleung-eup, Ulleung-gun, Gyeongsangbuk-do) · Gonggongnuri (koreanische Open-Government-Lizenz)

Start und Ziel sind identisch. Die meisten Radfahrer wählen als Ausgangspunkt die Hafenorte rund um Dodong und Sadong, wo die Fähren anlegen, fahren dann in eine Richtung an der Küste entlang und kommen am Ende wieder an derselben Stelle an. Die Fahrtrichtung ist Geschmackssache — viele entscheiden sich mit Blick auf die Vormittagssonne und die Verteilung der Anstiege bewusst für den Uhrzeigersinn oder dagegen.

Die wichtigsten Etappenorte sind die Dörfer, die sich um die Insel verteilen: Jeodong, bekannt für seinen Tintenfisch, Sadong an der Südküste, Namyang und Taeha im Westen, Hyeonpo im Nordwesten, Cheonbu im Norden mit der Abzweigung ins Landesinnere Richtung Nari-Becken (Nari Basin) — und von dort geht es wieder zurück an die Ostküste. Die Orte sind klein und liegen weit auseinander. Ich habe mir angewöhnt, bei jeder Ortsdurchfahrt kurz zu überlegen: „Sollte ich hier lieber Wasser nachfüllen?” Das kann ich nur empfehlen.

Was den Belag angeht: Anders als an den Flussrouten im Landesinneren gibt es hier keinen durchgehenden Radweg. Den Großteil der Strecke teilt man sich auf der Küstenstraße, die sich einmal um die Insel windet, mit dem Autoverkehr. Man sollte also keine abgetrennten Radwege erwarten, sondern sich sicherheitshalber auf klassisches Straßenfahren am rechten Fahrbahnrand einstellen. Die Tunnel durch die Küstenklippen und das ständige kurze Auf und Ab bestimmen, wie anstrengend sich diese Runde tatsächlich anfühlt. Der Schwierigkeitsgrad in der Sterne-Tabelle oben ist nur ein Richtwert auf Basis der Distanz — für die tatsächliche Belastung beim Treten würde ich eine Stufe draufrechnen und entsprechend planen. Vor allem in den Tunneln ist die Beleuchtung schwach und der Belag mitunter uneben; hier heißt es Tempo raus und Front- und Rücklicht unbedingt einschalten.

Die Landschaft wechselt von Abschnitt zu Abschnitt deutlich ihren Charakter. Die Ostküste ist geprägt vom Alltagsleben mit Häfen, Fischerbooten und Wellenbrechern, während die West- und Nordküste dramatische Passagen bieten — bizarre Felsformationen, Steilklippen und ein weiter, offener Horizont. Wer an den Abzweigungen ein Stück ins Landesinnere vorstößt, trifft auf die für eine Vulkaninsel typische Becken- und Waldlandschaft. Falls Zeit und Beine es hergeben, würde ich empfehlen, mindestens einen dieser Abstecher in die Küstenrunde einzubauen.

Diese Route gehört nicht zum landesweiten Zertifizierungssystem für Fernradwege, es gibt also unterwegs keine Zertifizierungsstellen, an denen man Stempel sammeln müsste. Keine Sorge um verpasste Stempel oder Abweichungen von der offiziellen Route — man folgt einfach nur dem Verlauf der Küstenlinie, sonst nichts.

Kulinarisches in der Umgebung

Kulinarisches in der Umgebung Foto: Tourismusfoto-Galerie der Korea Tourism Organization (291-71, Haengnam-gil, Ulleung-eup, Ulleung-gun, Gyeongsangbuk-do) · Gonggongnuri (Korea Open Government License)

Die Dörfer entlang der Strecke sind größtenteils Fischerdörfer, entsprechend dreht sich auch die bekannte lokale Küche vor allem um Zutaten aus dem Meer. Statt einzelne Restaurants zu empfehlen, orientiert man sich hier besser an den Gerichten, die in der Region allgemein bekannt sind.

Aus Versorgungssicht ist ein Punkt entscheidend: Essen und Convenience Stores konzentrieren sich in den Dörfern, und auf den Küstenabschnitten dazwischen gibt es praktisch nichts. In den Passagen, wo sich Klippen und Tunnel aneinanderreihen, sollte man sicherheitshalber davon ausgehen, nicht einmal eine Flasche Wasser kaufen zu können. Dazu kommt, dass die Öffnungszeiten der Fischerdorf-Restaurants je nach Fangbetrieb, Wetter und Saison schwanken — manche schließen zwischen Mittag- und Abendessen. Der Trick auf dieser Strecke: Man isst nicht, „wenn man Hunger hat”, sondern „wenn man gerade in einem Dorf ankommt”.

Versorgung und Infrastruktur

Versorgung und Infrastruktur Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Dodong-ri, Ulleung-eup, Landkreis Ulleung, Provinz Gyeongsangbuk-do) · Kogl (Korea Open Government License)

Für diese Strecke sind keinerlei radwegspezifische Serviceeinrichtungen registriert. Im Überblick sieht das so aus:

EinrichtungAnzahlNutzung
Zertifizierungsstellen0Keine (Strecke nicht Teil des Zertifizierungssystems)
Trinkwasserstellen0Wasser in Dorfläden oder Unterkünften besorgen
Toiletten0Einrichtungen in Dörfern, Häfen und an Sehenswürdigkeiten nutzen
Luftpumpstationen0Eigene Handpumpe zwingend erforderlich

※ Quelle: Radwege-Datenbank des koreanischen Ministeriums für Inneres und Sicherheit (Ministry of the Interior and Safety) zu den nationalen Fernradwegen

Die Versorgungsplanung muss also komplett auf Selbstversorgung von Dorf zu Dorf ausgelegt sein. Aus der Praxis empfehle ich Folgendes:

  1. Wasser nach dem Zwei-Flaschen-Prinzip. Eine Flasche zum Trinken, eine als Reserve — und die Reserve wird in jedem Dorf, durch das man kommt, wieder aufgefüllt.
  2. Da es keine Luftpumpstationen gibt, sind Handpumpe und Flickzeug keine Option, sondern Pflicht. Mindestens einen Ersatzschlauch dazu einpacken.
  3. Bei den Toiletten ist man auf Dörfer, Häfen und touristische Einrichtungen angewiesen. Es lohnt sich, sich anzugewöhnen, das vor dem Verlassen eines Dorfes vorsorglich zu erledigen.
  4. Snacks vorab besorgen. Wer sich vor dem Start im Hafenort mit Energieriegeln, Brot oder Bananen eindeckt, ist auf den versorgungsfreien Abschnitten heilfroh darüber.

Zum Thema Zertifizierung: Da diese Strecke nicht zum nationalen Fernradweg-Zertifizierungssystem gehört, gibt es hier weder Stempelheft noch Stempel noch irgendein Verfahren zur Bestätigung der Komplettbefahrung. Wer sein Heft trotzdem mitbringt — auf dieser Insel findet sich schlicht kein Feld zum Abstempeln. Falls das Sammeln von Zertifizierungsstempeln der Zweck der Reise ist, sollte man separat eine der zertifizierten Strecken auf dem Festland einplanen (das Zertifizierungssystem erkläre ich weiter unten in den Tipps für ausländische Reisende im Detail).

Rückkehr

Rückkehr Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Dodong-ri, Ulleung-eup, Landkreis Ulleung, Provinz Gyeongsangbuk-do) · Gonggongnuri (KOGL)

Da es sich um einen Rundkurs handelt, braucht man sich um die Rückfahrt keine Gedanken zu machen. Wer einfach weiter der Küstenlinie folgt, landet ganz von selbst wieder in dem Hafenort, an dem er gestartet ist — und wer sein Gepäck in der Unterkunft gelassen hat, kann es dort einfach wieder abholen und den Tag ausklingen lassen. Sollte unterwegs die Kraft nachlassen, ist es meist kürzer, in der verbleibenden Richtung weiterzufahren, statt den Weg zurückzurollen. Deshalb lohnt es sich, beim Passieren der Streckenmitte einmal kurz die Restdistanz in der Karten-App zu prüfen — das macht die Entscheidung deutlich leichter.

Sicherheit & Vorsicht

Sicherheit & Vorsicht Foto: Tourismusfoto-Galerie der Korea Tourism Organization (Yaksuteo-gil 99, Ulleung-eup, Ulleung-gun, Gyeongsangbuk-do) · Gonggongnuri (koreanische Open-Government-Lizenz)

Saison, Wetter, Ausrüstung

Saison, Wetter, Ausrüstung Foto: Tourismus-Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Dodong-ri, Ulleung-eup, Landkreis Ulleung, Provinz Gyeongsangbuk-do) · Gonggongnuri (koreanische Open-Government-Lizenz)

Die beste Zeit sind der späte Frühling und der frühe Herbst. Die Temperaturen sind mild, die Sicht ist klar — so genießt man die Küstenlandschaft am besten.

Der Wind vom Meer kann je nach Richtung Rückenwind sein — oder purer Widerstand. Da es sich um einen Rundkurs handelt, sollte man einkalkulieren, dass man in jeder Fahrtrichtung mindestens einmal einen Gegenwindabschnitt erwischt.

Checkliste: unverzichtbare Ausrüstung

KategorieAusrüstung
SicherheitHelm, Front- und Rücklicht (für Tunnel unverzichtbar), Kleidung mit Reflektoren, Handschuhe
WartungMinipumpe, Flickzeug, Ersatzschlauch, Multitool, Kettenschloss
Verpflegung2 Trinkflaschen, Snacks wie Energieriegel oder Brot, Elektrolytgetränke
WetterDünne Windjacke (gegen Seewind und für Abfahrten), Sonnencreme, Sonnenbrille
SonstigesPowerbank fürs Handy, Handyhalterung, etwas Bargeld (für kleine Läden), Reiseapotheke

Tipps für ausländische Reisende

Tipps für ausländische Reisende Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (8-3, Dodong 2-gil, Ulleung-eup, Ulleung-gun, Gyeongsangbuk-do) · KOGL (Korea Open Government License)

① Der Routenname in lateinischer Umschrift

② Das Zertifizierungssystem in der Praxis — diese Route gehört nicht dazu

Um es gleich vorweg klarzustellen: Diese Route ist nicht Teil des koreanischen Zertifizierungssystems für die Landesdurchquerung per Rad (National Cross-Country Cycling Certification). Auf der Insel gibt es kein Zertifizierungszentrum, keinen Ort zum Stempeln und keinen Abschnitt, für den man eine Abschlussurkunde bekäme. Hier darf man das Thema Zertifizierung also getrost vergessen und sich ganz auf die Landschaft konzentrieren.

Für alle, die in Korea noch weitere Radwege einplanen, fasse ich trotzdem zusammen, wie das System in der Praxis funktioniert.

③ Wenn man ohne eigenes Rad anreist

④ Karten-Apps

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📏 36.8km ⏱️ 약 2:10 (평균 17km/h) 🔁 Rundweg ⤓ GPX

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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com

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