Jeju Haemaji-Küstenstraße mit dem Rad: Route & Distanz

Radfahren · Veröffentlicht 17.8.2026 ·

자전거길 트랙·시설 (공공데이터: 행정안전부 국토종주 자전거길 DB) · 🏆인증센터 💧급수대 🚻화장실 🔧공기주입기 · 지도 © OpenStreetMap ⤓ GPX 다운로드

Kernpunkte auf einen Blick

Kernpunkte auf einen Blick Foto: Tourismusfoto-Galerie der Korea Tourism Organization (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gonguri (KOGL)

Quelle: Radwege-Datenbank des koreanischen Ministeriums für Inneres und Sicherheit (Ministry of the Interior and Safety) · Saisonangaben als Richtwerte

Überblick

Überblick Foto: Korea Tourism Organization, Tourismus-Fotogalerie (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gongnuri-Lizenz

Die Jeju Haemaji Haean-ro – wörtlich die „Sonnenaufgangs-Küstenstraße” – macht ihrem Namen alle Ehre: Sie verläuft entlang der Nordostküste von Jeju, dort, wo die Morgensonne die Insel zuerst berührt. Anders als die Strecken im Landesinneren, die über die Oreum-Vulkankegel und das Mittelgebirge führen, hat man auf dieser Route das Meer permanent links oder rechts neben sich. Der Blick ist frei, der Horizont begleitet einen bei jedem Pedaltritt, und mit jedem Dorf, das man passiert, verändert sich das Gesicht der Küste ein wenig. Die schwarzen Basaltfelsen, wie sie für die Vulkaninsel typisch sind, das jadegrüne Wasser, das sich flach darüberlegt, und die Windräder, die sich im Wind drehen – das sind die unverkennbaren Wahrzeichen dieser Strecke.

Da die Steigungen moderat und die Streckenführung unkompliziert ist, lässt sich die Route auf verschiedene Arten nutzen:

Erstens als Tagestour mit Hin- und Rückweg. Man startet früh am Morgen, fährt bis ans eine Ende und kehrt auf demselben Weg zurück. Licht und Wind sind auf dem Hin- und Rückweg so verschieden, dass es sich anfühlt, als wäre man zwei völlig unterschiedliche Strecken gefahren.

Zweitens als Tagesetappe einer Jeju-Inselumrundung. Wer eine Langstreckentour einmal rund um die Küste von Jeju plant, kann diesen Abschnitt ganz natürlich als Nordost-Etappe einbauen. Da es in den Küstendörfern reichlich Unterkünfte gibt, eignet sich die Strecke auch gut dafür, sie mit einer oder mehreren Übernachtungen aufzuteilen.

Drittens in Kombination aus Brompton oder Minivelo und öffentlichen Verkehrsmitteln. Man packt das Faltrad in die Tasche, fährt mit dem Bus, baut es in einem Küstendorf zusammen und startet – am anderen Ende wird wieder gefaltet und zurückgefahren. Das passt hervorragend zu einer leichten Reise mit minimalem Gepäck.

Viertens für Familien und Einsteiger. Man muss nicht die ganze Strecke fahren – die Route lässt sich gut in kurze Abschnitte zerlegen, bei denen man nur zwei, drei Dörfer miteinander verbindet. Cafés und Strände liegen so dicht beieinander, dass Pausen jederzeit bequem möglich sind.

Streckeninfo

Streckeninfo Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gonguri (KOGL)

Die Route fädelt die Dörfer an der Nordostküste Jejus auf wie Perlen an einer Schnur. Los geht es am Strand rund um Gimnyeong, dann führt der Weg über Woljeong-ri, Haengwon, Handong, Pyeongdae, Sehwa und Hado weiter in Richtung Jongdal — das ist der Grundverlauf. Man kann sie genauso gut in der Gegenrichtung fahren; wer die Fahrtrichtung nach dem Wind wählt, spart sich einiges an Kraft.

Was den Belag angeht, wechseln sich Küstenstraßen und für Räder freigegebene Uferabschnitte ab. Einen durchgehend vom Autoverkehr getrennten Radweg wie an den Flussradwegen gibt es hier nicht von Anfang bis Ende — in den Dorfabschnitten teilt man sich den Fahrbahnrand und gemischte Fuß-/Radbereiche. Das ist der Punkt, auf den man auf dieser Route am meisten achten sollte.

Die Landschaft hat in jedem Abschnitt ihren ganz eigenen Charakter.

AbschnittscharakterPrägender Eindruck
Rund um Gimnyeong und WoljeongBreiter weißer Sandstrand, flaches jadegrünes Meer, Stranddörfer voller Cafés
Rund um Haengwon und HandongDie weißen Flügel des Windparks, ein offener, windgepeitschter Abschnitt
Rund um Pyeongdae und SehwaLändliche Küstenlandschaft mit schwarzen Feldsteinmauern und Karottenfeldern
Richtung Hado und JongdalFeuchtgebiete, die Zugvögel anziehen, eine stille Bucht, in der Ferne die Hügelkette Richtung Seongsan

Diese Route gehört nicht zum landesweiten Zertifizierungssystem für Fernradwege, unterwegs gibt es also keine Stempelhäuschen. Statt des Vergnügens, Stempel zu sammeln, bietet dieser Weg etwas anderes: Man kann anhalten, wo immer man will, und so lange aufs Meer schauen, wie man mag. Genau das macht seinen Charakter aus.

Kulinarisches in der Umgebung

Kulinarisches in der Umgebung Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gonggongnuri (koreanische Open-Government-Lizenz)

Die Küstendörfer im Nordosten von Jeju waren seit jeher eine Hochburg der Haenyeo-Taucherinnen, entsprechend hat sich hier eine Esskultur entwickelt, die stark auf Meeresfrüchte setzt. Statt Ihnen bestimmte Lokale zu empfehlen, stelle ich lieber die Gerichte vor, für die diese Gegend allgemein bekannt ist.

Aus Verpflegungssicht sind Convenience Stores und Cafés in den touristischen Strandabschnitten vergleichsweise dicht gesät. Aber: Rund um den Windpark und auf den Abschnitten durch Ackerland und Feuchtgebiete werden die Läden rar — hier gibt es Passagen ganz ohne Versorgungsmöglichkeit. Wer sich angewöhnt, kurz vor dem Ortsausgang Wasser und Snacks aufzufüllen, ist auf der sicheren Seite. Außerdem haben die kleinen Restaurants und Cafés in den Stranddörfern je nach Wochentag oder Saison öfter mal geschlossen — besser also nicht die ganze Planung auf ein einziges Lokal setzen.

Versorgung & Infrastruktur

Versorgung & Infrastruktur Foto: Korea Tourism Organization, Tourismusfoto-Galerie (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gonguri (KOGL)

Laut der Radwege-Datenbank des koreanischen Ministeriums für Inneres und Sicherheit sieht die Ausstattung dieser Route folgendermaßen aus:

EinrichtungAnzahlSo nutzt man sie
Zertifizierungsstellen0Die Route gehört nicht zum Stempelsystem
Toiletten7Entlang der Strecke verteilt — am besten gleich als Pausenpunkte einplanen
Wasserstellen0Wasser muss man sich selbst in Läden und Cafés besorgen
Luftpumpen0Eine Handpumpe gehört unbedingt ins Gepäck

Der springende Punkt: Es gibt keine einzige Wasserstelle und keine einzige Luftpumpe. Wasser aufzufüllen geht praktisch nur in den Dorfläden — also mit zwei vollen Flaschen starten und bei jedem Laden, an dem man vorbeikommt, nachfüllen. Und wer einen Platten hat, muss ihn selbst flicken: Ersatzschlauch, Reifenheber und Handpumpe sind hier keine Option, sondern Pflichtausrüstung.

Die sieben Toiletten verteilen sich größtenteils auf die Strände und die Infrastruktur der Dörfer. Wer diese Punkte direkt als Pausenstopps einplant, bekommt ganz von selbst eine sinnvolle Etappeneinteilung — und das Wassernachfüllen passt zeitlich gleich mit dazu.

Da diese Route nicht zum Zertifizierungssystem gehört, gibt es hier weder Stempelheft noch Stempel noch eine offizielle Abschlussbescheinigung. Wer eine Tour mit Stempelsammeln im Sinn hat, sollte zusätzlich eine der offiziellen Zertifizierungsrouten einplanen.

Die Rückfahrt

Die Rückfahrt Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Seogwipo, Provinz Jeju) · Kogl (Korea Open Government License)

Die Route ist zwar als Einwegstrecke angelegt, aber mit 27,7 km nicht besonders lang – die 55,4 km für Hin- und Rückweg auf derselben Strecke lassen sich also gut in einem Tagesausflug unterbringen. Eine separate Rücktransport-Lösung für die lange Strecke braucht man nicht zu organisieren.

Auf dem Rückweg dreht sich allerdings die Windrichtung um, und damit ändert sich der gefühlte Schwierigkeitsgrad. Wer auf dem Hinweg entspannt mit Rückenwind unterwegs war, sollte sich für die Rückfahrt auf Gegenwind einstellen – und umgekehrt wird die Rückfahrt deutlich angenehmer. Wenn möglich, empfehle ich, zuerst den Gegenwind-Abschnitt abzuarbeiten und dann mit Rückenwind zurückzurollen. Wem die Kraft für beide Richtungen fehlt, der kann statt der kompletten Runde auch nur die einfache Strecke fahren und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückkehren. Ob das Rad dort mitgenommen werden darf, hängt allerdings von der Situation vor Ort ab – wer kein Faltrad hat, plant deshalb besser von vornherein die Hin- und Rückfahrt ein.

Sicherheit & Vorsicht

Sicherheit & Vorsicht Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gonguri (KOGL)

Saison, Wetter, Ausrüstung

Saison, Wetter, Ausrüstung Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gonguri (KOGL)

Die beste Zeit sind die Monate April bis Juni und September bis November. In diesen Wochen ist es mild und die Luftfeuchtigkeit niedrig — für lange Strecken gibt es keine angenehmeren Bedingungen. Vor allem der Herbst gilt als die Jahreszeit, in der der Wind vergleichsweise ruhig ist und der klare Himmel die Farben des Meeres am schönsten zur Geltung bringt.

Im Sommer treiben die pralle Sonne und die hohe Luftfeuchtigkeit den gefühlten Schwierigkeitsgrad ordentlich nach oben. Dann fährt man besser am frühen Morgen oder späten Nachmittag statt in der Mittagshitze — und sollte besonders auf Sonnenschutz und ausreichend Flüssigkeit achten. Im Sommer und Frühherbst können außerdem Taifune durchziehen, also vor dem Start unbedingt den Wetterbericht prüfen.

Der Winter ist von den Temperaturen her nicht extrem kalt, dafür bläst der Nordwest-Monsunwind kräftig. Wer ihn frontal abbekommt, kämpft selbst auf ebener Strecke gegen einen Widerstand wie am Berg — eine Windjacke und ein großzügiger Zeitplan sind da Pflicht.

KategorieAusrüstung
UnverzichtbarHelm, Front- und Rücklicht, Ersatzschlauch, Reifenheber, Minipumpe, 2 Trinkflaschen
Dringend empfohlenWindjacke, Sonnencreme, Sonnenbrille, Handschuhe, Elektrolytpräparate
Je nach SituationSommer — Kühl-Armlinge, Salztabletten / Winter — Halswärmer, Winterhandschuhe / Nachts — reflektierende Kleidung
SonstigesPowerbank, etwas Bargeld (für kleine Läden), Handyhalterung

Tipps für ausländische Reisende

외국인 여행자 팁 Foto: Korea Tourism Organization, Tourismus-Fotogalerie (Seogwipo, Provinz Jeju) · Gongnuri (Korea Open Government License)

Der Routenname in lateinischer Umschrift

📏 27.7km ⏱️ 약 1:38 (평균 17km/h) ➡️ Einweg ⤓ GPX

Das Zertifizierungssystem in der Praxis

Gleich vorweg, damit keine Missverständnisse entstehen: Diese Route gehört nicht zum nationalen Zertifizierungssystem für Fernradwege. Wer nur diesen Abschnitt fahren möchte, braucht also weder Stempelheft noch Stempel. Was jetzt folgt, richtet sich an alle, die zusätzlich andere zertifizierte Routen in Korea einplanen.

Ohne eigenes Fahrrad anreisen

Karten-Apps

Weitere Radwege in der Umgebung

📍 Jeju Haemaji-Küstenstraße mit dem Rad: Route & DistanzStandort


Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com

Kommentare

  1. Schreibe den ersten Kommentar.