Dschingis-Khan-Lamm in Sangam-dong: Mein Lokal-Streifzug

Reisen · Veröffentlicht 30.6.2024 ·

Ich habe mir einen Flug gebucht — für eine Workation, die eine Dienstreise nach Hokkaidō, Japan, mit Urlaub verbindet. Als ich nach den bekanntesten Spezialitäten von Hokkaidō suchte, kam erstaunlicherweise heraus, dass dort ausgerechnet Lammfleisch berühmt ist — mitten in Japan. Und nach endlosem Weitersuchen stellte sich heraus, dass es genau dieselbe Art von Restaurant auch reichlich in Korea gibt. Wenn man Fleisch grillt, riecht und qualmt es natürlich — aber ich hatte keine große Lust, extra bis nach Japan zu fliegen, mich dort in einen viel zu engen Laden zu zwängen und teures Geld fürs Grillen hinzulegen. Also habe ich beschlossen, es schon mal in Korea zu probieren … Hier kommt mein Lammfleisch-Lokal-Streifzug durch Sangam-dong, wo ich gerade als Single-Haushalt lebe.

Angeblich geht das Ganze auf die Überlieferung zurück, dass die Mongolen einst ihre Helme abnahmen und darauf das Fleisch brieten — der sogenannte Dschingis-Khan-Grill, den die Mongolen selbst aber gar nicht mögen. Die Platte wölbt sich nach oben und ist zwischendurch immer wieder geschlossen, sodass das Fett auf die Kohlen tropft — das beugt Rauch und Stichflammen ein Stück weit vor, lässt aber durch die Öffnungen genug Holzkohlenaroma ans Fleisch. Der Chef erklärte, er verwende australisches Lamm, jünger als zwölf Monate … und tatsächlich, beim Probieren ist es zart und weich.

Rundherum auf der Platte stapelt sich das Gemüse, das im Lammfett mitgart, sodass ganz von selbst gegrilltes Gemüse entsteht. Oben brutzelt natürlich das Hauptgericht — das Lamm — direkt über dem Feuer. Der Chef hat es für uns perfekt gegrillt, wofür ich sehr dankbar war.

Er gart es schön durch und löst einem später auch das Fleisch, das noch am Knochen hängt, sauber ab. Man muss eigentlich nur noch essen. Und das ganz vorzüglich …

Er hat uns auch verraten, wie man es am besten isst: mit Salz, mit Wasabi, in Sesamblättern … insgesamt etwa vier Varianten, samt einer Dip-Sauce, erklärte er uns, bevor er wieder ging. Wie auch immer man es isst — dieses gegrillte Lamm schmeckt einfach hervorragend.

Wie empfohlen, in Wasabi und Sesamblatt …

Und dann in die Sauce …

Ein wirklich appetitliches, über dem Feuer gegrilltes Lamm — Dschingis Khan eben. Wir haben es mit Bier genossen. Eigentlich wollte ich ja keine Essens-Posts schreiben … aber letztlich machen wir das alles ohnehin, um gut zu essen und zu leben, und deshalb fange ich jetzt damit an, hier und da ein paar Zeilen zu schreiben, wenn es auf meinen Reisen ein wirklich gutes Lokal gibt.

Dieser Beitrag beruht auf eigener Erfahrung, selbst bezahlt und selbst erlebt.

Vielen Dank.

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