Sauerstoffweg am Gyeongpo-See in Gangneung – Strecke, Distanz und Zertifizierungscenter
Radfahren · Veröffentlicht 24.8.2026 ·
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Auf einen Blick
Der Sanso-gil am Gyeongpo-See in Gangneung (Gangneung Gyeongpoho Sanso-gil) ist eine entspannte Rundtour um den See, bei der man das Ostmeer und die Lagune gleichzeitig im Blick hat. Die Schwierigkeit liegt bei ★★☆☆☆ — das schafft auch, wer sein Rad zum ersten Mal mit auf Reisen nimmt. Bei Verpflegung und Infrastruktur stützt sich die Strecke auf ein Zertifizierungszentrum und eine Wasserstelle, also würde ich auch hier ★★☆☆☆ ansetzen. Auf der Route selbst liegt ein Zertifizierungszentrum.
Saisonal gesehen sind Frühling ★★★★★ und Herbst ★★★★★ die klaren Favoriten. Der Sommer fällt wegen Luftfeuchtigkeit und praller Sonne auf ★★★☆☆ ab, der Winter wegen des Windes, der vom Ostmeer hereindrückt, und möglicher Glätte auf der Fahrbahn sogar auf ★★☆☆☆. Im Frühling helfen einem die Kirschbäume rund um Gyeongpo, im Herbst die klare Luft und die niedrige Luftfeuchtigkeit beim Fahren.
Quelle: Datenbank der landesweiten Radfernwege des koreanischen Ministeriums für Inneres und Sicherheit (Ministry of the Interior and Safety of Korea) · Saisonangaben als Richtwerte
Überblick
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Jumunjin-eup, Gangneung, Provinz Gangwon) · Gonguri (KOGL)
Der Gyeongpoho-Sauerstoffweg macht seinem Namen – „ein Weg, so klar wie Sauerstoff” – alle Ehre: Es ist ein überwiegend flacher Radweg, der die Lagune Gyeongpoho (Gyeongpoho Lake) zwischen der Innenstadt von Gangneung und dem Ostmeer mit dem Gyeongpo-Strand (Gyeongpo Beach) und seiner Umgebung verbindet. Anders als die nationalen Fernradwege, auf denen man Hunderte Kilometer abspult, ist das hier eher eine städtisch-touristische Route – gemacht dafür, eine Stadt wie Gangneung ganz in Ruhe mit dem Rad zu erleben.
Der größte Reiz liegt in der Dichte der Landschaft. Auf der einen Seite die stille Wasserfläche des Sees und Schilffelder, auf der anderen ein Kiefern-Windschutzwald und der Horizont des Ostmeers – auf kurzer Strecke wechseln sich mit See, Kiefernwald und Meer drei völlig unterschiedliche Landschaftsbilder ab. Nennenswerte Steigungen gibt es praktisch keine, sodass weniger die Beine als vielmehr die Augen auf ihre Kosten kommen.
Für die Nutzung sehe ich im Wesentlichen vier Varianten.
Erstens: eine Tagestour nach Gangneung. Morgens in Gangneung ankommen, das Rad aufbauen und bis in den späten Nachmittag gemütlich um See und Strand kurven – das geht sich problemlos aus. Selbst wenn man großzügig Pausen an Cafés und Aussichtspunkten einplant, bleibt vom Tag noch etwas übrig.
Zweitens: ein Wochenendtrip mit Brompton oder Minivelo in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Faltrad in die Tasche packen, mit dem KTX oder Fernbus nach Gangneung fahren und es vor Ort aufklappen – diese Herangehensweise passt besonders gut zu dieser Route. Die Strecke ist kurz und flach genug, dass auch kleine Laufräder sie mühelos bewältigen, und wer sein Quartier in der Gegend um Gyeongpo nimmt, erledigt sämtliche Wege allein mit dem Rad.
Drittens: eine Einsteigerstrecke für Familien und Anfänger. Steile Rampen und heikle Einmündungen in den Autoverkehr sind selten, sodass Familien mit Kindern, Radreise-Neulinge und alle, die nach langer Pause wieder im Sattel sitzen, wenig zu befürchten haben. Je nach Tagesform kann man auch nur eine Seerunde drehen und aufhören – und hat trotzdem eine in sich runde Ausfahrt hinter sich.
Viertens: als Aufwärm- oder Ausklangetappe einer Ostküsten-Tour. Gangneung ist eine der Etappenstädte des Ostküsten-Radwegs; man kann die Runde also am Vortag einer langen Tour zum Lockern der Beine nutzen oder am Tag danach als Erholungsfahrt drehen.
Streckeninfo
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Gangwon, Gangneung, Jumunjin-eup) · Gonguri (KOGL)
Die Route ist als einfache Strecke angelegt: Sie beginnt am Gyeongpo-See und führt von dort in Richtung Strand. Als Startpunkt bietet sich üblicherweise der Bereich um den Seepark am Südufer des Gyeongpo-Sees an. Hier gibt es reichlich Parkplätze, Toiletten und Bänke auf einem Fleck – ideal, um das Rad zusammenzubauen und das Gepäck zu sortieren.
Der Abschnitt rund um den See ist das Herzstück, das den Charakter dieser Route prägt. Der Belag besteht größtenteils aus gut asphaltierten Radwegen und kombinierten Fuß- und Radwegen, dazwischen finden sich streckenweise Holzstege. Diese Holzstege sind nach Regen oder am frühen Morgen bei Tau ziemlich rutschig – hier also unbedingt das Tempo deutlich drosseln und sich in den Kurven nicht in die Schräglage legen.
Das West- und Nordufer des Sees ist ein ruhiger Abschnitt mit Schilf und Feuchtgebieten. Je nach Jahreszeit rasten hier Zugvögel, und in den Morgenstunden liegt manchmal Nebel über der Wasseroberfläche. Weil hier vergleichsweise wenig los ist, lässt sich gut ein gleichmäßiger Tritt finden und in den Rhythmus kommen.
Am Ostufer ändert sich die Stimmung. Pavillons und Aussichtsbauten wie der Gyeongpodae-Pavillon reihen sich aneinander, dazu alte Kiefern – und dahinter taucht allmählich das Meer auf. Der Gyeongpodae zählt seit jeher zu den Acht Landschaften von Gwandong, ein kurzer Abstecher hinauf lohnt sich also. Das Rad stellt man besser unten ab und geht zu Fuß hinauf.
Am Gyeongpo-Strand angekommen, verläuft der Weg zwischen den Kiefern des Windschutzwaldes und geht in die Strandpromenade über. Dieser Abschnitt, direkt am Meer entlang, ist das Highlight der Route. An Wochenenden in der Hochsaison und in den Sommerferien nimmt der Fußgängerverkehr allerdings stark zu – dann sollte man sich innerlich darauf einstellen, die Promenade praktisch zu teilen, und entsprechend langsam fahren.
Richtung Süden schließt sich der Weg zur Kaffeestraße beim Anmok-Strand an, Richtung Norden lässt sich die Strecke zum Sacheon-Strand verlängern. Je nachdem, welche Richtung man wählt, fällt der Zielpunkt ganz unterschiedlich aus – wer sich vor dem Start festlegt, wo Schluss sein soll, tut sich mit der Zeitplanung leichter.
Diese Route gehört übrigens nicht zum Zertifizierungssystem der landesweiten Fernradwege. Es geht hier also nicht darum, Stempel zu sammeln und Abschnitte abzuhaken, sondern schlicht darum, die Landschaft und die Strecke selbst zu genießen.
Essen und Verpflegung in der Umgebung
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Jumunjin-eup, Gangneung, Provinz Gangwon) · Kogl (Korea Open Government License)
Gangneung ist eine Stadt mit einem so reichen kulinarischen Angebot, dass man sich trotz der kurzen Strecke weniger Sorgen um die Verpflegung macht, sondern eher grübelt, wofür man sich entscheiden soll. Die folgende Liste umfasst Spezialitäten, die in dieser Region allgemein bekannt sind — gemeint sind keine bestimmten Lokale, sondern typische Gerichte-Kategorien der Gegend.
| Spezialität | Ungefähre Lage | Anmerkung aus Radfahrer-Sicht |
|---|---|---|
| Chodang Sundubu (Seidentofu) | Chodang-Viertel südlich des Gyeongpo-Sees | Das Aushängeschild von Gangneung. Die Restaurants ballen sich meist dorfweise. Angenehm mild und leicht verdaulich |
| Mulhoe & Hoedeopbap (kalte Fischgerichte) | Richtung Strand und Hafen | Im Sommer beliebt. Da es kalte Gerichte sind, sollte man sich direkt vor der Tour aber besser nicht den Bauch vollschlagen |
| Gangneung-Kaffee | Richtung Kaffeestraße am Anmok-Strand | Hohe Café-Dichte. Ideal als Pausen- und Auftankstopp |
| Gamja-Ongsimi & Jang-Kalguksu (Kartoffelklößchen- und scharfe Nudelsuppe) | Richtung Innenstadt | Warme Suppengerichte. In der kühlen Jahreszeit eine solide Wahl, um wieder auf Temperatur zu kommen |
| Gegrillter Tintenfisch & Grillfisch | Richtung Hafen und Markt | Der Klassiker fürs Abendessen nach der Tour |
| Gangneung Jjamppong-Sundubu | Chodang-Viertel | Eine Variante des Seidentofus. Für alle, die es gern scharf und brühig mögen |
Was die Verpflegung angeht: Rund um den Gyeongpo-See und entlang der Strandabschnitte reihen sich Convenience Stores und Cafés recht dicht aneinander, sodass es praktisch keinen Abschnitt gibt, den man als versorgungsfrei bezeichnen könnte. Allerdings dünnt das Angebot in den Feuchtgebiets- und Schilfzonen am West- und Nordufer des Sees sowie am frühen Morgen und späten Abend deutlich aus. Wer außerhalb der Saison an einem Wochentag früh startet, ist gut beraten, Wasser und Snacks schon vor der Abfahrt einzupacken.
Ein weiterer Punkt, den man im Blick behalten sollte: die Wartezeiten an Wochenenden in der Hochsaison. Vor den bekannten Adressen in Gangneung bilden sich zur Mittagszeit oft lange Schlangen. Wer also eine Essenspause in seine Tour einplanen möchte, fährt zeitlich besser, wenn er dem Mittagsansturm ein wenig ausweicht.
Versorgung und Infrastruktur
Foto: Korea Tourism Organization, Tourismus-Fotogalerie (Gangwon-do, Gangneung-si, Jumunjin-eup) · Gonguri (KOGL)
Laut der Radwege-Datenbank des koreanischen Ministeriums für Inneres und Sicherheit (Ministry of the Interior and Safety) sieht die registrierte Ausstattung entlang dieser Strecke so aus:
| Einrichtung | Anzahl | Anmerkung |
|---|---|---|
| Zertifizierungsstelle | 1 | Die Strecke gehört nicht zum landesweiten Stempel-Zertifizierungssystem; der Punkt dient eher als Info- und Anlaufstelle |
| Toiletten | 5 | Für eine so kurze Strecke recht großzügig. Ein Pluspunkt für Familientouren |
| Wasserstelle | 1 | Nur eine einzige — die Trinkflasche also besser schon vor dem Start füllen |
| Luftpumpe | 0 | Fehlanzeige. Handpumpe oder CO2-Kartusche sind Pflicht |
Der Punkt, der mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet: null öffentliche Luftpumpen. Nirgendwo entlang der Strecke gibt es eine Pumpe, also sollte man den Reifendruck vor der Abfahrt im Fahrradladen oder in der Unterkunft einstellen und unbedingt Handpumpe und Ersatzschlauch einpacken. Bei so einer kurzen Tour wird man leicht nachlässig — aber ein einziger Platten, und das Rad ist ab diesem Moment nur noch Gepäck.
Wasserstellen gibt es genau eine. Immerhin liegen entlang der Strecke Convenience Stores und Cafés, Nachschub zu besorgen ist also kein echtes Problem. Im Sommer würde ich mich trotzdem nicht auf die eine Wasserstelle verlassen, sondern es mir zur Gewohnheit machen, die Flasche bei jedem Laden aufzufüllen, an dem man vorbeikommt.
Fünf Toiletten auf gut 20 Kilometern — das ist eine komfortable Verteilung. Wer mit Kindern unterwegs ist oder eine Anfängergruppe begleitet, weiß das schnell zu schätzen.
Eine Zertifizierungsstelle ist zwar registriert, aber diese Strecke gehört nicht zum nationalen Zertifizierungssystem für die große Landesdurchquerung — hier gibt es also keinen Stempel für den Streckenabschluss. Wer sein Stempelheft dabeihat, sollte vorher wissen: Auf dieser Route bleibt das entsprechende Feld leer. Den Punkt versteht man am besten schlicht als Infostelle und Rastplatz.
Rückweg
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Jumunjin-eup, Gangneung, Gangwon-do) · Gonguri (KOGL)
Die Strecke ist zwar als Einwegroute angelegt, aber der Rückweg fällt kaum ins Gewicht. Bei 19,8 km pro Richtung kommt man, wenn man einfach denselben Weg zurückfährt, auf gerade einmal 39,6 km hin und zurück. Auf dem überwiegend flachen Terrain ist diese Distanz auch für Anfänger an einem Tag gut zu schaffen — eine separate Rückfahrgelegenheit muss man also gar nicht erst einplanen.
Tatsächlich lohnt sich die Hin- und Rückfahrt auf dieser Strecke oft sogar mehr. Auf dem Hin- und dem Rückweg steht die Sonne anders, und die Spiegelungen auf der Seeoberfläche wie auch die Farbe des Meeres verändern sich je nach Tageszeit komplett. Wenn am späten Nachmittag auf dem Rückweg die Sonne hinter dem See versinkt, ist das einer der eindrucksvollsten Momente dieser Route.
Und falls die Kraft nachlässt oder das Wetter plötzlich umschlägt: Die Innenstadt von Gangneung ist nie weit, sodass man an praktisch jedem Punkt abbrechen und in die Stadt ausweichen kann. Allein diese Erreichbarkeit ist für Anfänger ein enorm beruhigender Faktor.
Sicherheit & Vorsicht
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Jumunjin-eup, Gangneung, Provinz Gangwon) · Kongnuri (Korea Open Government License)
Der Risikofaktor auf dieser Strecke ist nicht die Geschwindigkeit oder die Steigung, sondern der Mensch. Der Rundweg um den Gyeongpo-See und die Strandpromenade sind über weite Abschnitte kombinierte Wege, die man sich mit Fußgängern teilt. Selbst auf Abschnitten, die wie reine Radwege aussehen, sind in der Praxis oft Spaziergänger unterwegs.
- Auf kombinierten Wegen haben Fußgänger Vorrang. Statt zu klingeln, damit die Leute Platz machen, fährt man besser einfach langsamer vorbei. Vor allem Kinder und Hunde wechseln unvorhersehbar die Richtung – hier sollte man großzügig Abstand halten.
- Die Strandabschnitte an Wochenenden in der Hochsaison und während der Sommerferien sollte man realistischerweise als Schritttempo-Zonen betrachten. An persönliche Bestzeiten oder Durchschnittsgeschwindigkeit braucht man da gar nicht erst zu denken.
- Vorsicht vor Rutschgefahr auf Holzstegen und in den Feuchtgebietsabschnitten. Nach Regen, bei Morgentau oder Raureif im Winter sind die Stege ziemlich glatt.
- Winterliche Vereisung ist besonders rund um den See und in schattigen Abschnitten tückisch. Tagsüber geschmolzenes Wasser gefriert nachts wieder, und es bilden sich dünne Eisflächen.
- Bei Nachtfahrten sind Front- und Rücklicht Pflicht. In einigen Abschnitten rund um den See stehen die Laternen weit auseinander, sodass sich der Fahrbahnzustand schlecht einschätzen lässt. Eine Warnweste oder Reflektor-Sticker machen einen für Fußgänger zusätzlich deutlich sichtbarer.
- Achtung, Dehydrierung. Es gibt nur eine einzige Trinkwasserstelle, und im Sommer fehlt es am Strandabschnitt an Schatten. Wer erst trinkt, wenn der Durst kommt, ist schon zu spät dran – besser alle 20 bis 30 Minuten in kleinen Schlucken trinken.
- Auf Lenkerschwanken durch Seewind gefasst sein. In offenen Abschnitten, wo der Windschutzwald aussetzt, kann plötzlicher Seitenwind den Lenker wegdrücken. Wer mit einem Minivelo oder Hochprofilfelgen unterwegs ist, sollte hier besonders aufpassen.
Saison, Wetter & Ausrüstung
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Jumunjin-eup, Gangneung, Provinz Gangwon) · Kogl (Korea Open Government License)
Die besten Jahreszeiten sind Frühling (April–Juni) und Herbst (September–Oktober). Im Frühling locken die Kirschblüten und das frische Grün rund um Gyeongpo, im Herbst verbessern die klare, trockene Luft und die niedrigere Luftfeuchtigkeit die Fahrbedingungen enorm. Gerade im Herbst hat man am Ostmeer die beste Fernsicht — das Meerespanorama zeigt sich dann so klar wie sonst nie.
Der Sommer ist landschaftlich spektakulär, dafür sind die Bedingungen anspruchsvoll. Die Strandabschnitte bieten kaum Schatten, die Hitzeabstrahlung ist stark, und durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlt sich die Temperatur deutlich höher an, als das Thermometer anzeigt. Wer im Sommer fahren will, verlegt die Tour besser auf den frühen Morgen oder die Zeit um den Sonnenuntergang. Außerdem sollte man in der Hochsaison wegen der Menschenmassen an den Strandabschnitten großzügig planen.
Im Winter ist weniger die Temperatur das Problem als der Wind. Wenn er vom Ostmeer her auf den offenen Abschnitten frontal entgegenkommt, fühlt sich selbst die Ebene an wie ein Anstieg. Dazu kommt die Gefahr von Glätte — eine Wintertour sollte man also erst nach einem Blick auf Fahrbahnzustand und Wetterbericht antreten.
Zur Pflichtausrüstung gehört Folgendes:
| Kategorie | Ausrüstung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Sicherheit | Helm | Pflicht. Beim Radfahren in Korea dringend empfohlen |
| Sicherheit | Front- und Rücklicht | Nachts und bei trübem Wetter unverzichtbar |
| Wartung | Minipumpe oder CO2-Kartusche | Null Luftpumpen entlang der Strecke |
| Wartung | Flickzeug und Ersatzschlauch | Inklusive Reifenheber |
| Wartung | Multitool | Am besten eines mit Inbusschlüsseln |
| Verpflegung | Trinkflasche | Nur eine Wasserstelle unterwegs — lieber großzügig dimensionieren |
| Verpflegung | Proviant | Energieriegel, Gels o. Ä. |
| Kleidung | Windjacke | Gegen Küstenwind und Temperaturschwankungen |
| Kleidung | Sonnencreme und Sonnenbrille | UV-Strahlung und Blendlicht an den Strandabschnitten |
| Sonstiges | Fahrradschloss | Nötig bei Stopps am Gyeongpodae-Pavillon oder im Café |
| Sonstiges | Powerbank | Karten-App und GPS ziehen ordentlich Akku |
Tipps für Reisende aus dem Ausland
Foto: Korea Tourism Organization, Tourismus-Fotogalerie (Unjeong-dong, Gangneung, Provinz Gangwon) · Gonggongnuri (Korea Open Government License)
Routenname in lateinischer Umschrift
- Routenname: Gangneung Gyeongpoho Sanso-gil (Gangneung-Gyeongpoho-Sauerstoffweg)
- Wichtige Ortsnamen: Gyeongpoho Lake (Gyeongpo-See), Gyeongpodae Pavilion (Gyeongpodae-Pavillon), Gyeongpo Beach (Gyeongpo-Strand), Anmok Beach (Anmok-Strand), Gangneung
- Auf den Wegweisern stehen meist Hangul und lateinische Umschrift nebeneinander, aber manche lokale Schilder sind nur auf Koreanisch beschriftet – es lohnt sich also, die obigen Schreibweisen im Hinterkopf zu behalten.
Das Zertifizierungssystem (Certification) in der Praxis
Wichtig: Diese Route gehört nicht zum Zertifizierungssystem der nationalen Fernradwege Koreas. Wer diese Strecke abfährt, bekommt also weder einen offiziellen Stempel noch eine Urkunde. Die folgenden Erklärungen sollen vielmehr das koreanische Zertifizierungssystem an sich verständlich machen – für den Fall, dass ihr später auf eine zertifizierte Route wie den Ostküsten-Radweg umsteigt.
Das Zertifizierungsheft (Bike Passport) ist das Herzstück des koreanischen Fernradweg-Systems.
- Am zuverlässigsten kauft man das Heft direkt vor Ort an einem besetzten Zertifizierungszentrum. Die offizielle Website läuft oft nur auf Koreanisch, und wegen ausländischer Kreditkarten oder der koreanischen Identitätsprüfung (per Handynummer bzw. Meldenummer) scheitern ausländische Reisende beim Online-Vorabkauf erfahrungsgemäß häufig. Nach der Ankunft in Korea einfach vor Ort kaufen – das ist deutlich unkomplizierter.
- Die unbemannten Zertifizierungsstationen sind kleine Häuschen, die ein bisschen an rote britische Telefonzellen erinnern. Dank der auffälligen Farbe erkennt man sie schon von Weitem. Im Inneren hängt ein Tintenstempel an einer Kette oder Schnur, mit dem man selbst das passende Feld im Heft abstempelt. Personal gibt es keines, dafür sind die Stationen rund um die Uhr zugänglich.
- So funktioniert das Stempeln: Heft aufschlagen, das Feld für die jeweilige Station suchen, Stempel aufdrücken und kurz warten, bis die Tinte trocken ist. Manchmal ist der Stempel eingetrocknet oder druckt nur blass – am besten erst ein paar Probeabdrücke machen, bevor man das eigentliche Feld stempelt.
- Belohnung fürs Durchhalten: Wer einen Abschnitt komplett abfährt, erhält üblicherweise den entsprechenden Zertifizierungsaufkleber; für die Gesamtstrecke gibt es dem Vernehmen nach eine Urkunde und eine Medaille. Zur Anerkennung wird das Heft an einem dafür vorgesehenen Zentrum oder bei der zuständigen Verwaltungsstelle geprüft.
Noch einmal zur Sicherheit: Auf dem Gyeongpoho-Sauerstoffweg greift dieses Verfahren nicht. Wer an der Zertifizierung interessiert ist, sollte am besten gleich eine zertifizierte Route mit einplanen – etwa den Ostküsten-Radweg, der durch Gangneung führt.
Ohne eigenes Fahrrad unterwegs
Auch ohne mitgebrachtes Rad lässt sich diese Strecke bestens genießen.
- Verleih vor Ort: Der Gyeongpo-See und der Gyeongpo-Strand gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Gangneung, entsprechend gibt es dort in der Regel touristische Fahrradverleihe. Abgerechnet wird meist stundenweise, im Angebot sind oft normale Cityräder, Tandems und E-Bikes. In der Hochsaison kann es Wartezeiten geben – wer früh am Vormittag kommt, ist im Vorteil.
- Hinweis zu Ttareungi: Ttareungi ist das öffentliche Leihradsystem der Stadt Seoul – mit englischer App-Oberfläche und Bezahlung per ausländischer Karte, also sehr zugänglich für Reisende aus dem Ausland. Allerdings ist es ein reiner Seoul-Service und in Gangneung nicht verfügbar. Wer vor der Weiterreise nach Gangneung erst in Seoul radeln will, kann es dort gut nutzen.
- Faltrad mitnehmen: Ein Faltrad wie ein Brompton lässt sich zusammengeklappt in der passenden Tasche deutlich leichter im KTX und im Fernbus transportieren. Für normale Fahrräder gelten je nach Zugtyp und Uhrzeit unterschiedliche Mitnahmeregeln – am sichersten klärt man schon bei der Buchung, ob es Plätze mit Fahrradhalterung gibt.
Karten-Apps
Der häufigste Fehler bei der Vorbereitung einer Radtour in Korea: einfach weiter Google Maps zu benutzen.
- Google Maps liefert in Korea keine zuverlässige Fahrradnavigation. Wegen eingeschränkter Kartendaten ist das Fahrrad-Routing begrenzt, und Radwege werden oft gar nicht richtig erfasst.
- Installiert stattdessen KakaoMap oder Naver Map und nutzt dort den Fahrradmodus. Beide Apps haben eine englische Oberfläche und bilden Radwege und Uferradwege entlang der Flüsse deutlich genauer ab.
- Bei der Suche liefern koreanische Schriftzeichen präzisere Treffer als die lateinische Umschrift. Am praktischsten kopiert man sich
경포호(Gyeongpoho),경포대(Gyeongpodae) und경포해변(Gyeongpo Beach) vorab heraus und fügt sie bei Bedarf ins Suchfeld ein. - An Küstenabschnitten und in den Bergen kann das Datensignal schwächeln – vor dem Start also am besten Offline-Karten speichern oder die Route als Screenshot sichern.
- GPS zieht ordentlich am Akku, eine Powerbank gehört daher unbedingt ins Gepäck. Im Winter sackt der Akkustand bei Kälte zusätzlich rapide ab – dann lieber noch eine Reserve mehr einpacken.
Weitere Radwege in der Umgebung
- Ostküsten-Radweg (Gangwon): Strecke, Distanzen und Zertifizierungsstellen — Luftlinie ca. 9 km
- Paroho-100-Ri-Sauerstoffweg in Hwacheon: Strecke und Distanzen — Luftlinie ca. 109 km
- Namhangang-Radweg: Strecke, Distanzen und Zertifizierungsstellen — Luftlinie ca. 125 km
📍 Sauerstoffweg am Gyeongpo-See in Gangneung – Strecke, Distanz und ZertifizierungscenterStandort
Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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