Brompton P-Line Leichtbau in Eigenregie: Schutzblech & Gepäckträger ab

Alltag · Veröffentlicht 14.10.2022 ·

Das Ende jeder Brompton-Tuning-Karriere ist der Gebrauchtmarkt, meinte ein Kumpel mal zu mir.

Ich will mein Rad aber nicht auf dem Flohmarkt verscherbeln, sondern einfach ein bisschen mit Sinn fürs Preis-Leistungs-Verhältnis tunen.

Alles, was Räder hat und rollt, ist umso besser, je leichter es ist.

Das gilt fürs Auto genauso wie fürs Motorrad oder Fahrrad – ausnahmslos.

Manch einer mag einwenden, dass ein gewisses Gewicht doch besser sei, aber nein: leichter ist immer besser, ganz ohne Wenn und Aber.

Und so habe ich mich an die ersten Schritte beim Leichtbau meines Brompton P-Line gemacht – in Eigenregie.

Denn die Arbeitskosten für Fahrradwartung und -tuning sind nach wie vor verdammt teuer.

Zuerst baue ich locker das vordere Schutzblech ab.

Nichts Wildes – ein paar Inbusschlüssel in den passenden Größen, und schon ist es ab. Ein Maulschlüssel zum Gegenhalten der Mutter ist praktisch.

Hier tauchen zwei Probleme auf.

Erstens: Das Bremskabel kommt dem Rad in die Quere!

Zweitens: Ohne den E-Haken lässt sich das Rad nicht komplett zusammenfalten.

Beide Probleme hatte ich allerdings schon einkalkuliert – ich falte das Rad einfach nicht vollständig zusammen, bis die bestellten Teile da sind.

Und mit dem klemmenden Bremskabel fahre ich erst mal so vor mich hin, bis die Teile eintreffen, und kümmere mich dann darum.

Cool darüber hinweg. Es wartet ja noch die kniffligere Aufgabe: der Gepäckträger hinten.

Zunächst der Zustand vor der Arbeit. Wie man sieht, muss ich die Inbusschrauben lösen, die die beiden Streben auf jeder Seite halten.

Und dann noch die Mutter an der mittleren Strebe.

Zum Glück habe ich zu Hause den passenden Inbusschlüssel. Auf der einen Seite ein Schlitzschraubendreher, auf der anderen ein Inbus.

Ein bisschen gedreht, und schon löst sich die Strebe.

Auf der anderen Seite das Gleiche.

Schön langsam herausdrehen.

Bis hierhin ist das alles noch keine große Sache.

Jetzt die mittlere Strebe lösen. Dafür braucht man einen kleinen Maulschlüssel, und wenn man zu gierig dreht, hat man ruck, zuck einen Kratzer im Rahmen.

Ich habe sie in mehreren Etappen um jeweils etwa 45 Grad gelöst.

Ganz, ganz behutsam muss man das lösen.

Und hier kommt das Problem. Auch wenn die mittlere Strebe gelöst ist – sie geht einfach nicht raus.

Da fiel mir wieder das YouTube-Video ein, das ich mir zum Ausbau des Rads angesehen hatte. Weil die Bremse im Weg ist, muss man fast die ganze Luft aus dem Reifen lassen.

Also Luft rausgelassen und das Hinterrad ausgebaut.

Mit einem Inbusschlüssel ist das gar nicht so schwer. Da Öl an der Kette klebt, habe ich mit Arbeitshandschuhen gearbeitet.

Hier das ausgebaute Hinterrad des Brompton P-Line.

Das ist die 4-Gang-Kettenschaltung. Demnächst will ich den ersten Gang (das größte Ritzel) von 18T auf 21T ändern.

Nachdem das Rad draußen war, habe ich das Schutzblech entfernt.

Das serienmäßige Schutzblech des P-Line war leichter als gedacht. Aber vorne und hinten zusammen kommen da garantiert über 100 Gramm zusammen.

Den hinteren Reflektor habe ich auch abgebaut – ich fahre sowieso immer mit zwei Rücklichtern.

Jetzt muss ich nur noch den vorderen E-Haken und das Teil zur Vermeidung der Bremskabel-Kollision kaufen und montieren.

Es ist ja schließlich mein eigenes Rad, und selbst wenn ich was kaputt mache, kann ich immer noch alles einpacken und gegen Bezahlung zum Laden bringen – mit dieser Einstellung bin ich an die Sache rangegangen.

Und es war wirklich einfacher als gedacht.

Egal was, man muss erst mal anfangen, um zu wissen, wie es ausgeht. ^^


Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com

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