Brompton P-Line mit Nabendynamo: Aufbau & erste Probefahrt
Alltag · Veröffentlicht 5.11.2022 ·

Meine alte P-Line, die Version mit dem S-Lenker und ohne Gepäckträger hinten, habe ich an jemand Nettes weitergegeben.
Eigentlich wollte ich ja in Richtung Leichtbau gehen, aber sobald man eine Fronttasche dranhängt, ist die ganze Gewichtsersparnis sowieso dahin. Also habe ich mich gleich von Anfang an fürs Schwergewicht entschieden
und mir noch einmal eine P-Line mit Mittellenker und Gepäckträger bestellt.
Um die im April hinterlegte Reservierung einzulösen, habe ich mich beim bb5-Laden in Seobinggo, Stadtbezirk Yongsan, gemeldet,
und vom Warten auf den Wareneingang bis zur Vorbereitung der Auslieferung lief alles wie am Schnürchen.
Eine P-Line mit bereits montiertem Gepäckträger wiegt über 10 kg.
Um dem Stress mit dem Aufladen von Front- und Rücklicht zu entkommen, habe ich einen Nabendynamo, einen Edelux-Scheinwerfer und ein SON-Rücklicht gekauft und montieren lassen –
und vom fertigen Ergebnis habe ich Fotos bekommen.

Vorne sieht man das schwarze Nabendynamo-Laufrad und den Edelux-2-Scheinwerfer.

Als Rücklicht kommt das SON in Schwarz an den Gepäckträger.
Die Montage an der Sattelstütze oder am Sattelstützrohr ist natürlich auch gut, aber im Winter kann das schon mal von einer Jacke oder einem Windbreaker verdeckt werden. Deshalb bevorzuge ich die Variante am Gepäckträger.

Da die übrigen Anbauteile durch und durch schwarz sind, habe ich auch hier Schwarz gewählt.
Ich habe lange zwischen Silber und Schwarz hin und her überlegt, aber der Mitarbeiter hat mir Schwarz empfohlen – und es gefällt mir gut.
Der Nabendynamo nutzt die Rollbewegung des Rades, erzeugt durch einen leichten Widerstand Strom und verwendet diesen, um Front- und Rücklicht zum Leuchten zu bringen. Ein gewisser Rollwiderstand entsteht dabei natürlich.
Genau deshalb gibt es geteilte Meinungen. In meinem Fall ging es darum, die Zahl der Geräte zu reduzieren, die ich laden muss, und das Problem zu lösen, ob ich überhaupt fahren kann oder nicht – je nachdem, ob ich rechtzeitig aufgeladen habe. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen aus Bequemlichkeit habe ich mich dafür entschieden.
Das Gefühl des Rollwiderstands lässt sich so beschreiben:
Mit eingeschaltetem Schalter erreiche ich problemlos 20 km/h.
Bei ausgeschaltetem Schalter komme ich mit demselben Kraftaufwand auf etwa 21–22 km/h.
Bergab merkt man überhaupt nichts.
Bergauf ist es ja ohnehin anstrengend, also fällt es dort nicht auf.
Tagsüber, wenn der Schalter aus ist, gibt es keinen Widerstand.
Scheinwerfer und Akku sind ohnehin Teile, die man montiert und benutzt. Die Gewichtszunahme macht im Verhältnis zum Gesamtgewicht keinen großen Teil aus.
Falls ihr selbst vor der Wahl steht: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, ein Rad mit Dynamo in der Umgebung Probe zu fahren, solltet ihr das tun und dann entscheiden.

Hier stehe ich nach Feierabend vor dem bb5-Laden in Seobinggo.
Es gibt eine Deck-Fläche und Abstellplätze für Fahrräder.
Bei der Auslieferung solltet ihr vor dem Laden eine Proberunde drehen, um auf anfängliche Mängel und ein ungewöhnliches Fahrgefühl zu achten.
Anders als bei Autos werden Fahrräder fast ohne Testfahrt ausgeliefert, mit einer Laufleistung nahe 0 km.
Es ist ein Produkt, das bis zu 110 kg Gewicht und Geschwindigkeiten von schnell mal 30–50 km/h aushalten muss und das mehrmals am Tag auf- und zugeklappt wird – da ist es schwer, gänzlich ohne Probleme davonzukommen.
Biegt man direkt vom Seobinggo-Laden ab, kommt ein Abschnitt mit einer Geraden sowie einer kleinen Mischung aus Anstieg und Gefälle, auf dem man eine Testfahrt machen kann.
Macht unbedingt eine Probefahrt, stellt alles ein und lasst euch dann erst ausliefern.

Eine Weile habe ich mich noch drinnen aufgehalten. Ich hatte zusätzlich eine Fronttasche bezahlt, aber es war kein sofort lieferbarer Bestand da, also habe ich sie nur bestellt
und erst mal nur das Fahrrad mitgenommen.

Direkt vor dem Laden ist ein Kaninchenbau-Tunnel.
Ich habe den 5-Jahre-Garantie-Aufkleber draufgeklebt und ein Foto gemacht ^^
Wenn ich die Tasche abhole, werde ich ihn wieder entfernen.

In einem Dak-galbi-Restaurant in der Nähe des Bahnhofs Yongsan habe ich spät zu Abend gegessen.
Es war ein leckeres Dak-galbi-Lokal, in das ich gerne wieder gehen würde.

Käse zum Dak-galbi ist einfach Liebe.

Vom gebratenen Reis habe ich nur eine Portion bestellt, um mal zu probieren.
Das Dak-galbi schmeckte sauber und lecker. Allerdings war es eine Spur zu süß – ein bisschen weniger süß fände ich besser, aber das ist sicher Geschmackssache.
Am Wochenende oder werktags mittags muss man hier mit Wartezeit rechnen ^^;; Ein Laden, bei dem ich eigentlich gar keine Empfehlung mehr aussprechen muss.

Nach dem Essen habe ich kurz überlegt.
Soll ich bis Ilsan zurückfahren oder lieber „springen“ …?
Es wurde auch kälter und ich hatte kaum Vorkehrungen gegen die Kälte getroffen, also habe ich mich fürs Springen entschieden und bin am Bahnhof Yongsan eingestiegen.
Obwohl es schon fast 21 Uhr war, sind auf der Gyeongui-Jungang-Linie wirklich viele Leute unterwegs.
Zusammengequetscht neben dem Sitzplatz für Senioren und Gebrechliche habe ich es mit Mühe bis zur Station Baengma geschafft.

Jener Fizik-Sattel wird übrigens demnächst in einem Müllbeutel landen ^^;;
So ein Brompton lässt sich eben vielseitig nutzen.
Nur weil es eine P-Line ist, muss man sie nicht zwangsläufig wie eine Rennmaschine tunen … und nur weil etwas ein klassisches Modell wie das M6R ist, heißt das nicht, dass man es nicht auf Leichtbau trimmen darf. So eine Regel gibt es meiner Meinung nach nicht.
Man nutzt es einfach vielseitig und so, wie es zur eigenen Situation passt.
Allen eine sichere Fahrt!
Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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