Brompton T-Line Tuning: Von 8,8 kg zu mehr Speed

Ausrüstung · Veröffentlicht 23.5.2024 ·

Brompton T-Line ab Werk: 8,8 kg

Nichts dran verändert …

Es ist jetzt schon ein paar Monate her, dass ich mir die zwölfgängige Brompton T-Line gekauft habe – die, die so schick beworben wird. Obwohl es ein Faltrad mit zwölf Gängen ist, bringt es ab Werk gerade mal etwas über 8 kg auf die Waage. Genau genommen habe ich im Originalzustand 8,8 kg nachgemessen.

Normalerweise schnallt man hier noch eine Halterung für den Frontscheinwerfer, eine fürs Rücklicht und so weiter dran und hängt eine Trinkflasche rein – schon ist man üblicherweise rund 1,5 Kilo schwerer. Ich hatte eine Pumpe und allerlei Kleinkram montiert, da dürften so ungefähr 2 Kilo zusammengekommen sein.

Selbst einen Porsche 911 tunt man …

Offenbar ist es selbst bei einem Flaggschiff-Rad schwer, es einfach im Originalzustand zu fahren. Genau wie es beim 911 auch jede Menge gibt, was man mit Zubehör nachrüsten kann …

So sieht es aus, nachdem ich all den Kram abmontiert habe. Ich war zur Probe etwa 20 km unterwegs … und das hat eine Leichtigkeit und Spritzigkeit, die ich kaum in Worte fassen kann. Ob das nun am etwas geringeren Gewicht liegt … oder daran, dass der Windwiderstand der abgenommenen Schutzbleche weg ist … oder daran, dass die neuen Pedale so schön leichtgängig laufen, weiß ich gar nicht so genau. Jedenfalls: Wo ich früher mit 25 km/h unterwegs war, sind es jetzt 27–30 km/h. Bei gleicher Leistung … Auf Abschnitten, wo ich bei Gegenwind kaum die 25 km/h halten konnte und meist mit 22–23 km/h dahinrollte, sind es plötzlich 28–30. Und endlich habe ich angefangen, den ersten Gang der Nabenschaltung zu benutzen.

Das Ding rollt wirklich richtig gut.

Sieht nicht besonders aus und läuft auch nicht besonders.

Die Radwege am Han-Fluss sind größtenteils flach. Nennenswerte Höhenunterschiede gibt es kaum. Auch bei den Rennrädern sind Aero-Modelle gerade angesagt. Das zeigt, wie wichtig der Windwiderstand ist. Ich habe versucht, alles außer dem eigentlichen Rahmen, das Wind fängt, auf ein Minimum zu reduzieren. Sieht ohne den ganzen Ballast richtig gut aus.

Auch vorne ist die Stelle entfernt, an der sich Verwirbelungen bildeten.

Hinten habe ich es ebenfalls abgenommen. Damit ist das Rad jetzt anfälliger für Dreck. Hahaha.

Die Garmin-Halterung habe ich dran gelassen. Das Teil ist aus Titan und wiegt kaum etwas. Der Tacho ist beim Rad sozusagen das, was beim Auto der Bordcomputer ist. Wirklich unverzichtbar.

Auch den Sattel habe ich gelassen, weil er leichter ist als der originale. Im Gebrauch gibt es da keine Probleme. Wenn ich den Lenker tausche, muss ich demnächst eine etwas aggressivere Sitzposition einnehmen – sprich, mich weiter nach vorne beugen. Im Moment lässt es sich aber ganz gut fahren. Meine längste Tour bisher waren 70 km. Am Sattel habe ich nichts auszusetzen. Den habe ich bei AliExpress für um die 40.000 Won gekauft … echt erstaunlich. Marken-Sättel mit ähnlichem Konzept kosten gleich mal 500.000 Won.

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Das sind die Fahrtdaten, nachdem ich all das Zeug abmontiert hatte. Es wehte ein extrem heftiger Westwind. Am Han-Fluss weht es meistens aus Westen. Abschnitt für Abschnitt ging es gegen den Westwind voran. Unten trug ich eine Bib, oben nur ein ganz normales kurzärmeliges T-Shirt. Aerodynamische Kleidung ist das nicht. Trotzdem lag die Höchstgeschwindigkeit auf manchen Abschnitten deutlich über 30 km/h. Wer Rad fährt, weiß: So eben mal aus dem Nichts auf dieses Tempo zu kommen, ist gar nicht so einfach. Wenn die Kondition nicht mitspielt, ist Materialwechsel wohl doch die Lösung, hahaha.

Wie dem auch sei – ich bin lange im Originalzustand gefahren, und kaum habe ich mit ein paar vorhandenen Teilen ein bisschen getunt, ist die Performance so absurd nach oben gegangen, dass ich mich richtig freue. Schwere Pedale und ein schweres Rad führen ja nur dazu, dass aus dem Ausdauertraining ein anaerobes wird – weder richtig Krafttraining noch richtig Ausdauer, sondern so ein halbgares Dazwischen. Genau das hat mich gestört. Jetzt tritt es sich leicht, und eine Trittfrequenz von 100 erreiche ich mühelos.

Danke fürs Lesen.

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