Brompton Griff-Tuning: Ergon GS2 statt Originalgriff im Test
Ausrüstung · Veröffentlicht 27.7.2023 ·

Der Originalgriff am Brompton ist aus Gummi – nichts Besonderes. Er liegt gut in der Hand, und für Fahrten von etwa einer Stunde ist er völlig problemlos. Sobald man aber länger als eine Stunde unterwegs ist, fängt der Handballen an zu ermüden, und ab zwei Stunden werden die Schmerzen zunehmend schlimmer, dazu knickt das Handgelenk irgendwann nach hinten weg. Ab drei Stunden muss man dauernd die Position wechseln – nur ist die Greiffläche so begrenzt, dass die Bauweise schlicht keine große Auswahl an Positionen zulässt.

Wenn etwas nicht taugt, tauscht man es eben aus …

Also habe ich mir den Ergon-Griff GS2 mit deutscher Ingenieurskunst gekauft.

Schaut man sich die Form an … er hat eine breite Auflagefläche, die den Handballen stützt, und rechts sitzt ein kleines „Hasenohr”, das für die vertikale Positionierung zuständig ist. Es gibt also mindestens drei Positionen: das normale Umfassen mit der Handfläche, das bloße Auflegen der Handfläche und das vertikale Umgreifen auf der rechten Seite.

Die Form ist schlicht, aber laut Anleitung steckt eine Menge Technik darin.

Insgesamt ist er aus Gummi. Und Gummi wird mit der Zeit hart und spröde. Trotzdem dürften zwei bis drei Jahre Nutzung drin sein. Wenn man bedenkt, dass die Gummibuchsen im Fahrwerk eines Autos – geschützt durch Öl und Fett – etwa fünf Jahre halten, dann sollten hier drei Jahre durchaus reichen: ungeschützt zwar, aber eben kein Bauteil, das starken Vibrationen oder Stößen ausgesetzt ist.

Die Farbe ist das übliche Schwarz. Man entfernt einfach den alten Griff, schiebt den neuen drauf und zieht ihn fest. Eigentlich sollte man mit 5 Nm anziehen, aber ich habe keinen Drehmomentschlüssel – also ziehe ich ihn einfach nach Gefühl ordentlich fest.

Das ist die normale Position. Die meisten werden mit dieser Haltung losfahren.

Schaut man nach rechts, sieht man die recht breite Fläche, auf der man den Handballen ablegen kann – das dürfte die Ermüdung spürbar verringern.

Das ist die vertikale Position. Das Handgelenk wechselt von der waagerechten in die senkrechte Ausrichtung, sodass sich die Ermüdung einer einzelnen Haltung verteilen lässt.

So, als würde man richtig zupacken …
Nimmt man noch die Position dazu, bei der man die Handfläche zwischen waagerecht und senkrecht ausbreitet und quasi auflegt, kommt man auf drei Positionen. Manche legen sogar den Unterarm in diesen Bereich und fahren wie auf einem TT-Bike – aber wenn die Ermüdung so weit geht, sollte man lieber eine kurze Pause einlegen. Gefährlich fahren ist keine gute Idee ^^
Als ich mein Brompton damals zum ersten Mal kaufte, dachte ich noch, man müsse die Originalteile einfach so lassen, wie sie sind. So wie es in der Autowelt heißt: Das Ende jedes Tunings ist der Serienzustand …
Beim Brompton sagt man dagegen, das Ende des Tunings sei der Flohmarkt. Vielleicht lande auch ich irgendwann dort …? Aber Serienzustand ist nicht immer die richtige Antwort. Bei Autos mag komplexe, über Jahrzehnte entwickelte Technik stecken – doch der Wechsel zu höherwertigen Bauteilen hilft beim Gebrauch durchaus. Und immerhin war dieses Teil ja sogar mal der Seriengriff bei der City-Version des Brompton …
Ich bin gerade dabei, mein Brompton fürs gemächliche Langstreckenfahren zu tunen. Zu ähnlichen Themen werde ich weiter posten.
Danke fürs Lesen dieses langen Beitrags.
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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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