Brompton T Line: Quad-Lock, Ergon-Griffe & Schutzbleche entfernen

Radfahren · Veröffentlicht 22.5.2024 ·

Brompton T Line, der MID-Bar-Lenker.

Durch die M-förmige Krümmung ist es eine ziemliche Herausforderung, irgendetwas daran zu befestigen. Ich wollte eine Handyhalterung montieren, hatte mir extra eine Quad-Lock-Halterung samt passender Hülle besorgt und alles umgebaut – aber am T-Line-Carbonlenker, dessen Durchmesser sich nach und nach immer weiter verjüngt, lässt sich so etwas kaum anbringen. Also folgt hier die Demontage.

Die montierte Halterung ist nach unten Richtung Boden weggekippt. Ich hatte sie an dem Abschnitt befestigt, wo der Durchmesser immer kleiner wird – und nach etwa 5 km Fahrt hat sie sich gelöst.

Am Ende ist sie einfach nach unten weggesackt.

Damit steht das Fazit fest: Am Brompton T Line lässt sich eine Quad-Lock-Halterung kaum vernünftig anbringen.

Ergon-Griffe runter

Da kauft man teuer ein leichtes Rad – und dann sind die Griffe deutlich schwerer als die Originale …

Eine Weile habe ich sie gern genutzt, aber jetzt sind sie ab. An einem Rad, dessen großer Vorteil das geringe Gewicht ist, hatte ich völlig gedankenlos schwere Griffe montiert. Jetzt sind sie also runter. Die Handposition ist dadurch zwar ein bisschen weniger ausgeprägt, aber ich versuche mich daran zu gewöhnen. Den Lenker tausche ich ohnehin demnächst aus.

Reduzieren wir mal den Luftwiderstand … Tschüss, Schutzbleche.

Kein einziges Rennrad, das am Han-Fluss unterwegs ist, hat Schutzbleche.

Schutzbleche haben den enormen Vorteil, dass der Dreck vom Reifen nicht auf den Rahmen hochspritzt. Und schwer sind sie gar nicht so sehr, wie man denkt. Sie bestehen komplett aus Kunststoff und sind sehr dünn. Sie sehen zwar aus wie aus Metall, sind aber in Wirklichkeit hochglanzlackierter Kunststoff.

Hinten ist es genauso. Nur … so wie das Teil aussieht, fängt es eine Menge Wind ein und erzeugt Verwirbelungen. Letztlich ist es ein Bauteil, das genau gegen die Richtung arbeitet, in die das Rad eigentlich nach vorn will.

Ich habe mit der Demontage angefangen. Erst die Vorderachse raus, dann den Laufradsatz ausbauen. Vorne wie hinten ist alles mit dem Rahmen verbunden.

Auch die Haken, die wie ein einteiliges Element aussehen, kommen ab.

Endlich lässt sich der Laufradsatz lösen … allerdings nur, wenn man fast die gesamte Luft aus dem Reifen lässt. Das ist der Nachteil von Felgenbremsen. Bei Scheibenbremsen entfällt dieser Schritt – aber für das Brompton gibt es ab Werk keine Scheibenbremsen.

Luft raus, und dann eines nach dem anderen die Teile entfernen, die das Schutzblech halten. Während ich Schraube und Strebe nach und nach löse, kommt regelrecht Freude auf.

Ab Werk wurde sogar PPF (Lackschutzfolie) aufgebracht, danke dafür ^^ Dank ihr bekommt die Carbongabel keine Kratzer. Sowohl die Bremsleitung als auch die Gabel sind so breit, dass ich mir – anders als früher – keine Sorgen machen muss, dass die Bremsleitung am Reifen schleift, und ich brauche auch keine Zusatzteile. Das ist nur beim T Line so; beim C Line oder P Line muss man oben noch ein Metallteil ergänzen, das die Bremsleitung in Position hält.

Schnell wieder Luft aufpumpen. Sonst platzt der Schlauch und man hat einen Platten.

Ich hatte zwar gleich wieder aufgepumpt … aber das Rad drehte sich nicht. Also noch mal zerlegt, geprüft, ob die Bremse auf beiden Seiten das richtige Spiel hat, und alles wieder festgezogen. Das Anzugsdrehmoment … wenn man unsicher ist, soll es kein Problem sein, einfach so viel anzuziehen, wie die Schlüsselweite der Inbusmutter angibt. Bei einer 5er also mit 5 Nm.

Jetzt die Demontage hinten. Ich hatte einen Ratschenschlüssel zur Hand und war damit schnell fertig – mit einem normalen Schraubenschlüssel kann das zur richtig mühsamen Schinderei werden. Dieser Teil muss komplett zerlegt werden, damit man das hintere Schutzblech abbekommt.

Das Strebenteil löse ich.

Und genau dieser Teil hält das Schutzblech ordentlich fest. Den muss man lösen und herausziehen.

Beim Hinterrad genauso: ein bisschen Luft ablassen, damit sich die Bremseinheit leichter bewegen lässt, und dann arbeiten – so ist man im Nu fertig.

Die Schlacht ist geschlagen. Wenn ich schon mal dabei war … habe ich mit Feuchttüchern noch eine kleine Wäsche spendiert. Durch das ganze Abbauen ist das Rad sicher etwas leichter geworden, aber vor allem fühlt sich mein Kopf ein bisschen freier an. Die Klamotten werden beim Radfahren ohnehin dreckig, und das Rad genauso. Wenn es regnet oder ich durch eine Pfütze fahre, bleibt mir eh nichts anderes übrig, als so weiterzufahren und nach Hause zu kommen. Für ein Alltagsrad sind Schutzbleche allerdings sehr hilfreich, weil Kleidung und Tasche, mit denen man unterwegs ist, sauber bleiben. Ich nutze mein Brompton aber rein zum Sport und will deshalb mal ausprobieren, ohne die windwiderstandserzeugenden Teile zu fahren.

Generell ist der Anteil derer, die die serienmäßigen Schutzbleche am Brompton entfernen, gar nicht so hoch. Wer selbst eine Reisegeschwindigkeit von über 20 km/h hält, sollte aber ruhig mal darüber nachdenken.

Danke fürs Lesen.

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