Ganghwa: 72,7 km auf dem Radweg durchs Museum ohne Dach
Radfahren · Veröffentlicht 4.8.2026 ·
자전거길 트랙·시설 (공공데이터: 행정안전부 국토종주 자전거길 DB) · 🏆인증센터 💧급수대 🚻화장실 🔧공기주입기 · 지도 © OpenStreetMap ⤓ GPX 다운로드
Auf einen Blick (Sternebewertung)
| Kriterium | Sterne |
|---|---|
| ① Streckenschwierigkeit | ★★★☆☆ |
| ② Versorgung & Infrastruktur (Zertifizierungsstellen, Wasserstellen) | ★☆☆☆☆ |
| ③ Zertifizierungsstellen (0 Stück · nicht Teil des offiziellen Radweg-Zertifizierungssystems) | ☆☆☆☆☆ |
| ④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Frühling | ★★☆☆☆ |
| ④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Sommer | ★★★★☆ |
| ④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Herbst | ★★☆☆☆ |
| ④ Schwierigkeit nach Jahreszeit — Winter | ★★★★☆ |
※ Quelle: Radweg-Datenbank der landesweiten Radfernwege des Ministry of the Interior and Safety of Korea (Koreanisches Ministerium für Inneres und Sicherheit) · Jahreszeiten-Angaben sind Richtwerte
Überblick
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
Der Radweg von Ganghwa-gun trägt in lateinischer Umschrift den Namen Ganghwa-gun (Jibung-eomneun Bangmulgwan) Bicycle Road. Der Beiname “Museum ohne Dach” (지붕없는 박물관 / Museum Without a Roof) spielt darauf an, dass die ganze Insel Ganghwado wie ein einziges Freilichtmuseum voller historischer Stätten ist. Und tatsächlich: Über die Insel verstreut liegen Dolmengruppen aus der Bronzezeit, Festungsmauern und Tempel aus der Goryeo-Zeit sowie Jin (鎭) und Bo (堡), also Küstenverteidigungsanlagen aus der späten Joseon-Zeit. Während man in die Pedale tritt, wechselt praktisch ständig die Epoche — das hier ist weniger eine reine Kondititionsstrecke als vielmehr eine Route, die man im Fahren liest.
Auch landschaftlich ist es etwas ganz anderes als die Flussradwege im Landesinneren. Wattflächen am Gelben Meer, weite eingedeichte Ebenen und flache Bergausläufer lösen einander ab. Meeresgeruch und Reisfeldgeruch wechseln sich im Abstand von ein paar Kilometern ab, und je nach Gezeitenstand sieht dieselbe Stelle völlig anders aus. Wer gern fotografiert, wird hier zwangsläufig oft anhalten.
Für die Planung bieten sich grob diese Varianten an.
① Tagestour mit kompletter Strecke. Da es sich um eine Einwegroute handelt, ist es am saubersten, früh am Morgen loszufahren, das Ziel noch bei Tageslicht zu erreichen und die Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erledigen. Passt zu Fahrern, die sich aufs reine Fahren konzentrieren und die Besichtigungszeit außen vor lassen.
② Historische Erkundungstour über zwei Tage. Man teilt die Strecke ungefähr in der Mitte und übernachtet im Zentrum von Ganghwa. Wenn man Dolmen, Festungsmauern, Tempel und Küstenverteidigungsanlagen wirklich betreten und anschauen will, braucht man dafür ordentlich Zeit — insofern wird gerade diese Variante dem Beinamen der Route am ehesten gerecht.
③ Faltrad bzw. Minivelo in Kombination mit dem ÖPNV. Ganghwado ist eine Insel ohne Bahnanschluss, deshalb ist es besonders praktisch, ein Faltrad vom Typ Brompton in einer Transporttasche zu verstauen und per Bus anzureisen und wieder abzureisen. So fährt man nur die eine Richtung und spart sich den Rückweg auf dem Rad.
④ Teilstrecken für Familien und Einsteiger. Die Gesamtstrecke ist für Anfänger zu viel, aber wenn man sich nur den flachen Küstenabschnitt herauspickt und daraus eine Hin- und Rückfahrt von etwa 20 bis 30 km macht, sinkt der Schwierigkeitsgrad deutlich. Mit Kindern ist es sicherer, sich ein oder zwei Sehenswürdigkeiten als Ziel zu setzen und die Runde kurz zu halten.
⑤ Wochenendflucht aus Seoul und dem Großraum. Die Anfahrt von Seoul aus ist vergleichsweise unkompliziert — eine gute Wahl also, wenn man das innerstädtische Flussradeln satthat und die Kulisse mal gegen Meer und Watt tauschen möchte.
Streckeninfo
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
Am leichtesten erschließt sich die Strecke so: Startpunkt ist der Einstieg Richtung Ortskern von Ganghwa, dort wo man über die Ganghwa-Brücke auf die Insel kommt; Endpunkt ist die Stelle, an der man Richtung Süd- und Westküste der Insel wieder hinausfährt. Die Route folgt größtenteils der Küstenlinie und der Polderebene, unterwegs zweigen die Zufahrten zum Ortskern und zu den historischen Stätten ab.
Der Charakter der einzelnen Abschnitte lässt sich ungefähr so zusammenfassen. Der Anfang führt durch den bewohnten Bereich rund um den Ortskern von Ganghwa und die Festungsmauern – viele Ampeln und Kreuzungen, hoher Anteil an gemeinsamer Nutzung mit dem Autoverkehr. Der Mittelteil zieht sich an Küstendeichen und Wehranlagen entlang und ist die landschaftliche Kernstrecke dieser Route: lange Passagen mit dem Meer zur Rechten oder zur Linken. Der Schlussteil verläuft durch Polderebene, zwischen Rückhaltebecken und Reisfeldern – weiter Blick, angenehm luftig, aber praktisch kein Schatten und kein Windschutz.
Beim Belag darf man keine durchgehende Radschnellverbindung erwarten, wie man sie von den Flussradwegen kennt. Es wechseln sich ab: Abschnitte auf Küstendeichen mit dem Charakter eines eigenen Radwegs, gemeinsame Rad- und Gehwege, und Passagen am Rand normaler Straßen. Man sollte sich also weniger auf ein “gedankenverlorenes Dahinrollen wie am Fluss” einstellen, sondern eher darauf, das Aufmerksamkeitsniveau von Abschnitt zu Abschnitt anzupassen – sicherer ist das allemal.
Ganz flach ist die Strecke auch nicht. Ganghwado hat im Inselinneren niedrige Bergzüge, entsprechend mischen sich flache Küstenpassagen mit sanftem Auf und Ab. Richtig heftige Anstiege gibt es gemessen am Charakter der Route keine, aber die reine Streckenlänge tut ihr Übriges, und gegen Ende macht sich die angesammelte Müdigkeit bemerkbar. Ein Rad mit ausreichend Übersetzungsspielraum ist zu empfehlen.
Diese Route gehört nicht zum offiziellen Zertifizierungssystem der koreanischen Fernradwege (Grand Slam). Es gibt hier also kein Stempelsystem, mit dem man die Absolvierung von Teilstrecken nachweist, und dementsprechend auch keine Zertifizierungsstellen. Wer wegen der Stempel anreist, sollte das vorher wissen und seine Planung entsprechend anpassen.
Essen in der Umgebung
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
In Ganghwa gibt es grob gesagt ein paar kulinarische Richtungen, die überregional bekannt sind. Die Region grenzt ans Wattenmeer der Westküste, entsprechend tauchen als typische Gerichte meist Bandaeng-i (Heringsart) in diversen Zubereitungen, Schwimmkrabben, Garnelen und andere saisonale Meeresfrüchte sowie Jeotguk-galbi auf – letzteres wird gern als lokale Spezialität von Ganghwa vorgestellt. Dazu kommen Produkte aus der Landwirtschaft: Ganghwa-Inselreis von den eingedeichten Feldern, die bekannten Ganghwa-Speiserüben samt Rübenkimchi und im Sommer Ganghwa-Süßkartoffeln mit gelbem Fleisch sowie Verarbeitetes aus Ginseng – all das wird üblicherweise mit dem Namen der Region zusammen genannt. Im Ortskern gibt es ganz normale koreanische Restaurants, Imbisse und Cafés in ausreichender Zahl, die Essenssuche ist also kein Problem.
Was die Verpflegung unterwegs angeht: Convenience Stores und Restaurants ballen sich im Ortskern von Ganghwa und rund um die größeren Sehenswürdigkeiten. Umgekehrt können auf den Deichabschnitten an der Küste und in der Polderebene die Abstände zwischen den Geschäften ziemlich groß werden – wer also am Ortskern oder an einem Touristenziel vorbeikommt, sollte Wasser und Snacks vorher auffüllen. Vor allem wenn man erst am späten Nachmittag in die Ebene einfährt, kann es passieren, dass die Läden schon zu haben. Die Haltung „das kaufe ich beim nächsten Laden” ist da riskant. Statt die Planung an einem bestimmten Restaurant festzumachen, ist es realistischer, in der Karten-App kurz zu prüfen, ob gerade geöffnet ist.
Verpflegung und Infrastruktur
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
Die Ausstattung sieht folgendermaßen aus:
| Einrichtung | Anzahl | Nutzung |
|---|---|---|
| Zertifizierungsstellen | 0 | keine — Strecke nimmt am Zertifizierungssystem nicht teil |
| Toiletten | 0 | keine streckeneigenen Anlagen → öffentliche Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten, Geschäfte nutzen |
| Trinkwasserstellen | 0 | keine streckeneigene Wasserversorgung → selbst am Kiosk oder im Laden besorgen |
| Luftpumpenstationen | 0 | keine streckeneigenen → tragbare Pumpe zwingend nötig |
Kurz gesagt: Auf dieser Strecke gibt es keinerlei radwegeigene Infrastruktur. Genau deshalb fällt die Sternebewertung bei Verpflegung und Komfort so mager aus. Praktisch heißt das, drei Dinge sollte man unbedingt vorbereiten.
Erstens: Beim Wasser gilt Selbstversorgung. Zwei Trinkflaschen oder eine große Trinkblase sind das Minimum, und man sollte sich angewöhnen, bei jedem Ortskern und jeder Sehenswürdigkeit nachzufüllen.
Zweitens: Pannen muss man selbst beheben. Ohne Luftpumpenstation braucht man eine tragbare Pumpe oder CO2-Kartuschen, einen Ersatzschlauch, Reifenheber und ein Multitool. Auf den Küsten- und Ebenenabschnitten kann man nicht damit rechnen, dass jemand aushilft.
Drittens: Toiletten im Voraus einplanen. Da es keine streckeneigenen Anlagen gibt, geht man das Thema am besten dort an, wo ohnehin Menschen zusammenkommen — Sehenswürdigkeiten, öffentliche Parkplätze, Geschäftsstraßen.
Und was das Zertifizierungssystem angeht: Diese Strecke ist nicht Teil davon, deshalb gibt es hier weder Zertifizierungsheft noch Stempel noch Aufkleber für absolvierte Abschnitte. Wer Zertifizierungen für die Korea-Durchquerung sammeln will, muss zusätzlich eine Strecke einplanen, die am System teilnimmt.
Rückweg planen
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
Da es sich um eine lange Einwegstrecke von 72,7 km handelt, sollte der Rückweg unbedingt vor dem Start feststehen. Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten.
① Zurückfahren (145,4 km hin und zurück). Man nimmt dieselbe Strecke zurück zum Ausgangspunkt. Damit kommt man auf insgesamt 145,4 km — dafür braucht man die Kondition, regelmäßig über 100 km am Stück zu fahren, und entsprechend viel Tageslicht. Außerhalb der langen Sommertage ist eine Nachtfahrt praktisch vorprogrammiert, deshalb rate ich Einsteigern davon ab. Wer sich für die Rundtour entscheidet, sollte Wasser und Verpflegung schon auf dem Hinweg auffüllen.
② Rückfahrt mit dem Bus. Auf Ganghwado gibt es keinen Personenbahnhof. Wer die Insel verlassen will, ist also faktisch auf den Bus angewiesen. Vom Busterminal im Ortskern von Ganghwa fahren üblicherweise Regional- und Überlandbusse Richtung Seoul sowie Richtung Gimpo und Incheon. Allerdings gilt: In normalen Stadt- und Regionalbussen ist die Mitnahme kompletter Fahrräder in der Regel nicht erlaubt. Realistisch klappt es nur mit einem Faltrad in der Transporttasche — und selbst das kann zu Stoßzeiten vom Fahrer abgelehnt werden. Für Fahrten innerhalb der Insel gibt es lokale Überlandbusse, die aber recht selten fahren; ein Blick in den Fahrplan ist Pflicht.
③ Kombination mit der Bahn (Festlandabschnitt). Man verlässt die Insel per Bus und steigt dann auf die Bahn im Großraum Seoul um. Generell gilt: In normalen Zügen (Mugunghwa-ho, ITX-Reihe) wird die Fahrradmitnahme vergleichsweise großzügig gehandhabt, während beim KTX grundsätzlich nur zusammengefaltete Falträder in einer Transporttasche als Gepäck gelten. Bei den U- und S-Bahnen im Großraum Seoul ist die Mitnahme je nach Linie häufig nur an Wochenenden und Feiertagen erlaubt, meist verbunden mit festgelegten Wagen und zeitlichen Einschränkungen. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Betreiber und Zeitraum — schauen Sie also am Tag selbst in die aktuellen Hinweise.
④ Auto abholen / abgeholt werden. Man stellt das Auto eines Begleiters oder einen Mietwagen vorab in der Nähe des Zielpunkts ab, oder lässt sich von einem Fahrzeug mit Fahrradträger einsammeln. Das ist bei langen Einwegstrecken die mit Abstand zuverlässigste Lösung und besonders effizient, wenn man zu zweit oder mehr unterwegs ist.
Ein Planungstipp noch: Am sichersten fährt man, wenn man den Umkehrpunkt von der letzten Abfahrt zurückrechnet. Ziehen Sie von der Abfahrtszeit des letzten Busses in Zielnähe mindestens 1,5 Stunden Sicherheitspuffer ab und machen Sie den Punkt, den Sie bis dahin erreichen können, zu Ihrem faktischen Endpunkt. Auf den Küsten- und Ebenenabschnitten von Ganghwa verliert man bei Dunkelheit sehr schnell die Orientierung.
Sicherheit & Vorsicht
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
Fußgänger auf gemeinsam genutzten Wegen. Auf kombinierten Rad- und Fußwegen haben Fußgänger Vorrang. In der Nähe von Sehenswürdigkeiten bleiben Besucher gern abrupt stehen oder wechseln plötzlich die Richtung — macht es euch also zur Gewohnheit, abzubremsen und mit Klingel oder Zuruf auf euch aufmerksam zu machen.
Abschnitte mit Autoverkehr. Wo es durch den Ortskern geht oder am Rand normaler Straßen entlang, gilt: rechts halten und immer an aufgehende Türen geparkter Autos (Dooring) sowie den toten Winkel rechts abbiegender Fahrzeuge denken. Auf Landstraßen können Landmaschinen und Lkw ohne Vorwarnung einbiegen.
Deiche und Fahrbahnbelag. In den Watt- und Küstenabschnitten liegt oft Sand oder Erde auf der Fahrbahn, und nasse Holzstege wie auch farbig beschichtete Beläge sind rutschig. Bei Feuchtigkeit lieber schon vor der Kurve vom Gas gehen.
Glatteis. Im Winter ist die Vereisungsgefahr an der Küste, auf Brücken und in schattigen Abschnitten hoch. Besonders kritisch: der frühe Morgen und die Zeit direkt nach Sonnenuntergang. Bei Verdacht auf Eis lieber ausweichen oder das Rad ein Stück schieben.
Licht für die Dunkelheit. Es ist eine lange Einwegstrecke — man kommt häufiger später an als gedacht. Front- und Rücklicht gehören nicht in die Kategorie “vielleicht brauche ich’s”, sondern zur Grundausstattung. In den unbeleuchteten Ebenenabschnitten entscheidet die Helligkeit des Frontlichts darüber, wie schnell man überhaupt fahren kann.
Trinken und Dehydrierung. Auf dieser Route gibt es keine Wasserstellen — unterschätzt die Gefahr der Dehydrierung nicht. Trinkt regelmäßig, bevor der Durst kommt, und im Sommer zusätzlich mit Elektrolyten. Bei Schwindel, Schüttelfrost oder Gänsehaut sofort im Schatten anhalten.
Notfall. Die Notrufnummern in Korea sind 119 (Rettungsdienst/Bergung) und 112 (Polizei). Wer Unterstützung für Ausländer braucht, ist mit 1330 (touristischer Dolmetscher- und Informationsdienst, mehrsprachig) gut beraten.
Saison, Wetter und Ausrüstung
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
Am besten fährt man im Frühling (April bis Juni) und im Herbst (September bis November). Die Temperaturen sind mild, die Sicht ist gut – ideal, wenn man Kulturdenkmäler und Radfahren in einem Rutsch erleben will. Im Herbst passen die goldenen Reisfelder der Poldergebiete perfekt zum Charakter dieser Route.
Im Sommer sind Hitze, Luftfeuchtigkeit und die starke UV-Strahlung das Problem. Auf den Küsten- und Ebenenabschnitten gibt es so gut wie keinen Schatten – also früh am Morgen losfahren, die Mittagszeit meiden und reichlich Wasser mitnehmen. In der Regenzeit von Ende Juni bis Juli ist Vorsicht geboten: rutschige Fahrbahn, plötzliche Wolkenbrüche, starker Wind. Bei Taifunwarnung verschiebt man die Tour besser.
Im Winter entscheidet der Seewind. Der Gegenwind von der Westküste drückt die gefühlte Temperatur massiv nach unten, und auf offenen Abschnitten bringt Seitenwind die Fahrstabilität ins Wanken. Dazu kommen vereiste Stellen und die kurzen Tage – deshalb die hohe (also: schwierige) Winterbewertung.
Wind ist auf dieser Route zu jeder Jahreszeit die entscheidende Variable. Auf den offenen Abschnitten an Küste und Polderland kostet er mehr Kraft als jede Steigung. Prüfen Sie vor dem Start die Windrichtung und legen Sie die Fahrtrichtung möglichst so, dass Sie den Rückenwind nicht auf dem Rückweg, sondern in der zweiten Hälfte der Tour haben – das macht einen enormen Unterschied.
Die notwendige Ausrüstung im Überblick:
| Kategorie | Ausrüstung |
|---|---|
| Sicherheit | Helm, Front- und Rücklicht, Handschuhe, Sonnenbrille |
| Reparatur | Handpumpe oder CO2-Kartusche, Ersatzschlauch, Reifenheber, Multitool, Kettenschloss |
| Verpflegung | 2 Trinkflaschen (oder eine große), Energieriegel und Snacks, Elektrolyte |
| Saisonal | Sommer: Sonnencreme, Kühlarmlinge / Winter: Windjacke, Halstuch, lange Handschuhe / Regen: Regenjacke, Ersatzbatterien fürs Licht |
| Sonstiges | Ausweis bzw. Reisepass, etwas Bargeld, Powerbank, Halterung, kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung |
Tipps für internationale Radreisende
Foto: Fotogalerie der Korea Tourism Organization (Samsan-myeon, Ganghwa-gun, Incheon) · KOGL
① Der Streckenname in lateinischer Umschrift. Ganghwa-gun (Jibung-eomneun Bangmulgwan) Bicycle Road — wörtlich also “Ganghwa County (Museum Without a Roof) Bike Route”. Praktisch fürs Navigieren: der Ortsname Ganghwa (강화) und die Ganghwadaegyo (강화대교), die Brücke, die als Tor zur Insel dient.
② Das Zertifizierungssystem in der Praxis — diese Route gehört nicht dazu. In Korea gibt es ein Zertifizierungssystem für die landesweiten Radfernwege (Cross-Country Cycling Route), aber diese Strecke fällt nicht darunter, es gibt hier null Zertifizierungsstellen. Stempel sammeln ist also nicht drin. Für alle, die zusätzlich eine Route mit Zertifizierung einplanen wollen, hier kurz, wie das Ganze normalerweise funktioniert:
- Der Stempelpass (Bike Passport): Am sichersten kauft man ihn direkt vor Ort an einer besetzten Zertifizierungsstelle. Die offizielle Website ist praktisch rein koreanisch, und wegen im Ausland ausgestellter Kreditkarten oder der koreanischen Identitätsprüfung (Handynummer, ID) scheitert der Vorabkauf aus dem Ausland häufig. Plane den Kauf vor Ort nach der Ankunft in Korea am besten als Standardvariante ein.
- Unbesetzte Zertifizierungsstellen: Das Erkennungszeichen sind kleine Stempelhäuschen in Form einer roten Telefonzelle. Tür auf, drinnen hängen Stempel und Stempelkissen. Man stempelt in das entsprechende Feld im Pass, rund um die Uhr und kostenlos. Manchmal ist die Farbe eingetrocknet — dann hilft mehrmaliges, kräftiges Aufdrücken.
- Belohnung für abgeschlossene Abschnitte: Ist ein Abschnitt vollständig, wird an einer ausgewiesenen Stelle ein Abschnitts-Sticker in den Pass geklebt; wer alle Abschnitte geschafft hat, bekommt üblicherweise Urkunde und Medaille. Die Details ändern sich von Saison zu Saison, also am besten vor Ort nachfragen.
③ Wenn du ohne eigenes Rad anreist. Koreas bekanntestes öffentliches Leihradsystem ist Ttareungyi (따릉이) in Seoul — mit englischer App und relativ zuverlässiger Zahlung per ausländischer Karte, also auch für Kurzbesucher gut nutzbar. Nur: Ttareungyi muss grundsätzlich innerhalb des Seouler Stadtgebiets zurückgegeben werden, für die Fahrt nach Ganghwado taugt es damit nicht. Realistisch bleiben drei Wege: ⓐ bei einem Fahrradverleih in Seoul oder Umgebung mieten (Renn-, MTB- oder Hybridrad im Tagestarif) und, falls es kein Faltrad ist, mit dem Auto anreisen; ⓑ einen Verleihservice rund um die Sehenswürdigkeiten auf Ganghwa nutzen (Betrieb und Öffnungszeiten schwanken saisonal — vorher anfragen); ⓒ ein Faltrad mieten und mit dem Bus anreisen. Beim Verleih unbedingt klären, ob ein Helm dabei ist.
④ Karten-Apps. Die Fahrradnavigation von Google Maps ist in Korea ziemlich unzuverlässig. Nimm stattdessen den Fahrradmodus von KakaoMap oder Naver Map. Beide Apps haben eine englische Oberfläche und deutlich genauere Angaben zu Radwegen, Steigungen und Entfernungen. Die Suche funktioniert am besten mit koreanischen Ortsnamen — kopier dir die koreanische Schreibweise deiner Ziele also vorher zusammen. Wer mit GPX-Dateien arbeitet, fährt am stabilsten, wenn er sich Tracks bei Komoot, Ride with GPS o. Ä. herunterlädt und auf den Radcomputer lädt.
⑤ Sonstiges Praktisches. Für den öffentlichen Verkehr ist eine T-money-Karte bequem; kaufen und aufladen kann man sie im Convenience Store. Die Läden (CU, GS25, 7-Eleven usw.) drängen sich im Ortszentrum und sind praktisch für Wasser, Snacks und ein paar Basismedikamente — aber wie gesagt: an der Küste und in der Ebene werden die Abstände größer. Mit einer SIM oder eSIM vom Flughafen gibt es keine Probleme, Karten und Busfahrpläne abzurufen. Und weil das hier eine lange Einwegstrecke ist, mein letzter Punkt auf der Checkliste vor dem Start: einen Screenshot von der Abfahrtszeit des letzten Busses am selben Tag speichern.
Weitere Radwege in der Umgebung
- Ara-Radweg: Strecke, Distanz und Zertifizierungsstellen im Überblick — Luftlinie ca. 30 km
- Han-Fluss-Radweg: 56 km Strecke mit Zertifizierungsstellen — Luftlinie ca. 61 km
- Bukhan-Fluss-Radweg nach Chuncheon: Strecke und 4 Zertifizierungsstellen — Luftlinie ca. 92 km
📍 Ganghwa: 72,7 km auf dem Radweg durchs Museum ohne DachStandort
Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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