Easy-Running im Ilsan Seepark: Laufen mit Mitte vierzig
Laufen · Veröffentlicht 25.3.2024 ·
Ich finde, selbst wenn ich nur ins Fitnessstudio gehe, dusche und wieder nach Hause komme, hat das schon seinen Sinn. So schwer ist es nämlich, überhaupt vor die Tür zu kommen, um Sport zu machen. Mit einem Freund, der sonst nie läuft, habe ich mich vor dem Seepark getroffen – wir wollten uns gemeinsam aufraffen. Wir sind beide Mitte vierzig, der eine wiegt 81 kg, der andere 99 kg. Geplant war ein lockeres Easy-Running, mehr braucht man dafür nicht. Irgendein Paar Laufschuhe, das zu Hause herumliegt, anziehen – und das war’s schon …

Es ist das erste Mal, dass wir laufen, wir haben ein paar Jahre auf dem Buckel, das eine oder andere Kilo zu viel … also muss es Easy-Running sein. Es geht nicht um Rekorde, nicht um Zahlen oder Wiederholungen, die man irgendjemandem vorzeigen will – wir laufen einfach für unsere eigene Gesundheit, Schritt für Schritt nach vorn.
Wer sonst nie läuft, denkt schon nach einer Minute: „Hier und jetzt sterbe ich.“ So ungewohnt fühlen sich diese körperlichen Veränderungen an. Das Herz fängt an, über 140 Mal pro Minute zu schlagen, kaum ist eine Minute um, läuft schon der Schweiß, der Körper wird heiß und einem geht die Puste aus.
Und das Gehirn fängt an: Sofort! Hör auf, setz dich irgendwo hin, gönn dir ein kühles Wasser oder lieber ein Bier ~, geh doch erst mal in die Raucherecke und überleg dir bei einer Zigarette in Ruhe, ob du überhaupt weitermachen willst. Das Wetter ist so schön, warum quälst du dich hier eigentlich, setz dich doch lieber hin und ruh dich aus! Wenn du so weiterläufst, machst du dir die Knie oder die Knöchel kaputt! Plötzlicher Sport hilft der Gesundheit überhaupt nicht, im Gegenteil, er schadet ihr! Und so weiter und so fort … Mit allem, was man je gehört hat, sabotiert man sich beim Sport – und das ist niemand anderes als man selbst. Keiner sagt einem, man solle keinen Sport machen. Im Gegenteil, alle sagen: Mach! Am Ende ist der Kampf mit sich selbst eben kein leeres Gerede, sondern echt.

Ich laufe ja ab und zu, und auch im Seepark war ich schon ein paar Mal joggen, also bin ich das gewohnt – aber mein mitlaufender Freund ist da viel beeindruckender. Außer den zehn Minuten Geländelauf damals beim Militär ist er in seinem ganzen Leben wahrscheinlich noch nie über 30 Minuten am Stück gelaufen. Acht Minuten davon waren Cool-down, also waren es eigentlich 30 Minuten – aber er ist 4 Kilometer gelaufen und hat dann noch das Cool-down gemacht, das ist beachtlich. Morgen sagt er bestimmt, dass er stirbt. Überall tut’s weh, die Gelenke spinnen, im Knie scheint sich Wasser angesammelt zu haben, der Rücken meldet sich … und so weiter.

Aber unser Körper ist gesund ^^ Und stark. Nur weil man gemütlich eine Runde um den Seepark gelaufen ist, fällt man nicht auseinander. Im Gegenteil, man wird gesünder …
Eigentlich sollte ich öfter laufen, aber im Kampf mit mir selbst ziehe ich am Ende immer den Kürzeren.
Eine Runde um den Seepark sind etwa 4,7 km.
Gemessen habe ich das Training mit der Garmin Enduro 2. Zur Apple Watch Ultra gab es einen Unterschied von rund 50 Metern. Es kam mir vor, als würde die Garmin die Laufdistanz ein bisschen großzügiger anrechnen.
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