Brompton P-Linie in Emerald Green: Mein Setup für die Landesdurchquerung
Ausrüstung · Veröffentlicht 26.7.2023 ·
Weil mich das M6R-Modell ein wenig enttäuscht hatte, habe ich mir diesmal ein Brompton der P-Linie in der neuen Farbe Emerald Green zugelegt – fürs Training und für die Durchquerung des Landes. Es ist die P-Linie mit teilweise verbauten Titan-Komponenten, der Antrieb ist eine 4-fach-Außenschaltung. Vorne 50T, hinten 11, 13, 15 und 18 – wobei ich das 18er-Ritzel vor der Auslieferung auf 21T habe umbauen lassen. Mir fehlte ein bisschen der erste Gang, und mit dem 21T ist man am Berg im Vorteil, während im Alltag 11, 13 und 15 völlig ausreichen – also kein Problem. Manchmal fragen Leute nach Schaltproblemen, wenn man eigentlich auf 18 müsste, aber direkt von 15 auf 21 hochspringt. Im echten Einsatz treten da aber keine Schwierigkeiten auf. Auch die Testräder der Shop-Besitzer machen keine Zicken, und im Ausland geht der Trend ebenfalls klar dahin, auf 21T umzurüsten.

Es passt praktisch komplett in den Kofferraum. Auf dem Foto oben ist es noch im fabrikneuen, ungefahrenen Zustand. Der Lenker ist ein Lowbar. Früher nannte man das S-Bar – ein Typ, der lang und gerade verläuft. Beim bisherigen M-Bar-Lenker war es einerseits schwierig, Zubehör zu montieren, andererseits ließ sich kaum eine aggressive Sitzposition herausholen, deshalb habe ich mich diesmal für den Lowbar entschieden. Wie man auf dem Foto sieht, richte ich das Rad diesmal fürs Training und für Langstreckentouren ein. Schutzbleche und andere Teile, die Windwiderstand erzeugen, habe ich vor der Auslieferung allesamt entfernen lassen. Dadurch kamen neue Teile wie der E-Haken und die entsprechenden Halterungen dazu, sodass die Kosten zwar sogar gestiegen sind, aber dafür hat sich die Rollfähigkeit deutlich verbessert – mit diesem Setup sind 25 km/h Schnitt locker drin.

Statt des Original-Sattels habe ich einen Specialized Power Comp in der kleinsten Größe montiert. Den hatte ich schon vorher in Gebrauch, und er ist bequem. Der Original-Sattel ist zwar auch bequem, aber ich finde, der beste Sattel ist immer der, der am besten zum eigenen Hintern passt.

Die Original-Griffe stehen ganz oben auf der Abschussliste, aber die Ergon-Griffe waren nicht auf Lager, also habe ich sie bestellt und warte jetzt. Da ich meinen Fahrbericht noch nicht veröffentlicht habe, nur so viel vorab: Bei diesen Griffen tun einem wirklich die Handgelenke weh, und auch in den Handflächen meldet sich der Schmerz.

Ich habe mir eine Fronttasche der Marke „Hangang“(?) gekauft. Auf Langstreckentouren muss man ja Sachen wie Trikot, Windjacke und Unterwäsche verstauen und mitnehmen, und da ich weder einen Heckgepäckträger noch sonst etwas habe, wurde die Fronttasche zur Pflicht. Sie musste möglichst klein sein und trotzdem gut Stauraum bieten – die Ortlieb Mini-O-Bag wird leider nicht mehr hergestellt, und es scheint zwar ein ähnliches Produkt zu geben, das aber mit allerlei Einschränkungen daherkommt. Also habe ich mich für eine leichte Tasche vom weichen Typ entschieden und sie passend im selben Grünton ausgewählt.

Ich bin gerade dabei, ein Produkt von „Lacenkaul“(?) zu montieren. An dieser Position kommt eine GoPro, und in die Mitte soll ein Garmin-Tourcomputer.

Mit dem oben beschriebenen Setup inklusive Brompton-Toolkit bringt es rund 10,40 kg auf die Waage. Warum es trotz fehlendem Heckträger und allem möglichen Weggelassenen über 10 kg wiegt? Nun … vorne ein Navi-800k-Frontlicht, dazu Rücklicht, Stem-Bag, Brompton-Toolkit, NKS-Silvan-Stream-Pedale und solche Teile – damit liegt es eben ein bisschen über dem Originalgewicht. Die Schutzbleche zu entfernen ist für Langstreckenfahrten zwar ein Top-Setup, weil es den Windwiderstand reduziert, macht aber anfällig für Verschmutzung von Rad und Kleidung. Allerdings fahren bei Rennrädern, MTBs und Co. ohnehin alle ohne Schutzbleche, und da ich es nicht mehr als Alltagsrad, sondern als Sportrad nutze, sehe ich darin kein Problem.
Beim Brompton hat zwar auch viele Schwächen, aber ich finde, es ist ein Rad mit vielen Stärken. Es bringt alle Grundfunktionen mit, die ein Rad für längere Fahrten braucht, lässt sich dabei am kleinsten zusammenfalten, ist für ein Faltrad erstaunlich leicht und kann je nach Setup zwar nicht ganz mit einem Rennrad mithalten, aber durchaus schneller sein als ein MTB – es hat einfach seinen Reiz.
Der größte Nachteil ist der hohe Preis, aber in einer Welt, in der ein Rennrad-Setup spielend die 12-Millionen-Won-Marke knackt, kommt mir auch der Preis eines Bromptons nicht mehr problematisch vor – in was für einer seltsamen Welt wir doch leben.
Ich habe vor, am Eingang des Ara-Radwegs zu starten und mich zunächst an der 433 km langen Landesdurchquerung bis zum Nakdong-Fluss zu versuchen.
Vielen Dank.
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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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