Noeul-Campingplatz Seoul: Minimal-Camping mit Kolon Aerolite 2

Camping · Veröffentlicht 1.7.2023 ·

[Sonnenuntergang-Campingplatz

Seoul, Mapo-gu, Haneulgongwon-ro 108-1

](#)

Der Noeul-Campingplatz liegt in Sangam-dong, ganz am westlichen Rand von Seoul. Auf normalem Weg zu reservieren ist hier so schwer, dass die Plätze manchmal in einer Sekunde weg sind – aber wenn man so um Mittwoch, Donnerstag herum mal ins Buchungssystem schaut, tauchen ab und zu stornierte Plätze auf. Ich habe mir auch einen geschnappt und war dort.

Am Tag zuvor hatte es in Strömen geregnet, doch an diesem Tag war es strahlend klar. Und heiß. Ich war ohne Tarp unterwegs und deshalb erst spät losgefahren, aber dank des vielen Regens, der sogar Pfützen auf dem Boden hinterlassen hatte, war es wirklich schwül … und die Mücken waren eine Plage. Viele Leute hatten überall Mückenspiralen abgebrannt und genossen so ihr Camping.

Weil ich keinen passenden Platz fand, habe ich gleich neben der Feuerschale aufgebaut. Das hier ist das Kolon Aerolite 2, das ich mir diesmal zugelegt habe. Es ist die grüne Version, sozusagen eine Art Sonderedition – die anderen verwenden meist die gelbe. Es hat eine doppelwandige Konstruktion und ist ein freistehendes Zelt, das mit minimal 3 Heringen auskommt, für einen messerscharfen Aufbau aber 5 Heringe braucht. Diesmal hatte ich 6 Heringe dabei, aber beim nächsten Mal reichen wohl auch 5. Es hat die typischen Vorzüge eines Kuppelzelts: schneller Aufbau und eine Bauform, die weniger windanfällig ist. Es gibt eine kleine, aber vorhandene Apsis, die genug Platz bietet, um locker etwa zwei Paar Wanderschuhe abzustellen. Bauartbedingt ist die Belüftung nicht überragend, aber das Außenzelt steht überall ein Stück vom Boden ab, sodass man bei etwas Wind durchaus auf einen ordentlichen Luftaustausch hoffen kann. Innen gibt es vorne einen Eingang und hinten oben an der Decke eine Lüftungsöffnung, die allerdings nicht besonders groß ist. Der Regen vom Vortag war noch nicht getrocknet, der Boden geradezu matschig, und vielleicht weil auch kaum Wind ging, lief das Kondenswasser am Außenzelt nur so herunter; das Innenzelt blieb trocken, aber die Feuchtigkeit war spürbar. Der Schlafsack wurde nicht merklich nass, und trotz des Footprint-Schadens gab es keine Undichtigkeit im Innenzelt.

Hier die Front. Der Eingang öffnet sich in D-Form und lässt sich nach rechts aufrollen und fixieren. Das Gestänge wird nur von einer Seite eingeschoben, die andere Seite ist verschlossen. So kann man von einem Standort aus aufbauen, und selbst wenn man im Winter das Schrumpfen des Stoffs einkalkuliert, dürfte der Aufbau keine großen Probleme machen. Man könnte den Gestängehülsen etwas mehr Spannung geben, aber ich habe es gelassen. Das vordere Außenzelt verlangt zwingend 2 Heringe. Erst wenn man mit diesen 2 Heringen die Spannung der Apsis erzeugt, entsteht überhaupt eine Apsis. Für den Apsisbereich wird kein Footprint mitgeliefert. In meinem Fall bevorzuge ich es, dass nur der Bereich des Innenzelts mit Footprint abgedeckt ist – vielleicht deshalb finde ich diese Bauweise äußerst zufriedenstellend. Natürlich hat das auch den Effekt, dass das Gewicht entsprechend dieser Fläche sinkt.

Hier die Abspannung am hinteren Ende, am „Schwanz”. Um die Spannung für die Apsis aufzubauen, ist das hintere Abspannen Pflicht. Die seitliche Abspannung links im Bild kann man eher als optional betrachten, aber wenn man auch beidseitig zusätzlich abspannt, hilft das der Innenbelüftung, gegen Kondenswasser und in der kalten Jahreszeit beim Erhalt der Luftschicht – wenn der Platz es also zulässt, scheinen 5 Heringe für die Nutzung des Zelts ideal.

Die hintere Lüftungsöffnung kommt mir von innen betrachtet etwas klein vor. Ich frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre, hier wie bei den Hilleberg-Zelten etwas mutiger zu sein. Andererseits stehen Außen- und Innenzelt insgesamt räumlich frei zueinander, sodass das am Ende vielleicht keine große Rolle spielt.

Hier der Reißverschluss am Außenzelt. Damit man ihn auch mit Handschuhen auf- und zuziehen kann, ist er mit einer kleinen Schlaufe samt Kolon-Logo versehen. Wer schon einmal erlebt hat, wie mühsam es im tiefsten Winter ist, die Handschuhe auszuziehen, um einen Reißverschluss zu öffnen, weiß das sicher zu schätzen ^^

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Hier die Taschen links und rechts im Innenzelt. Es gibt einen Hinweis „Offenes Feuer verboten” und eine Art Materialangabe, und eben eine Tasche. Innentaschen sind zwar vorhanden, aber nicht groß. Handy, sonstige Akkus, Ohrhörer, Autoschlüssel passen hinein, aber es ist etwas knapp – warum, dazu komme ich gleich.

Hinten im Bereich der Innenbelüftung gibt es noch zwei weitere, große Taschen.

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Eine Tasche, in der selbst meine eher großen Hände mehr als zur Hälfte verschwinden. Oben gibt es einen Laternenhaken, aber bei Laternen, die sich je nach Bauart schlecht aufhängen lassen, kann man sie auch einfach in diese obere Tasche werfen und so nutzen – ganz angenehm. Genau so habe ich es gemacht.

An der Decke gibt es einen Laternenhaken; da sollte ich einen leichten Karabiner einhängen.

Nebenan das Enan von Hilleberg, das ein mitgereister Freund dabeihatte. Beim Innenraum kommt man gegen ein Tunnelzelt einfach nicht an.

Auch bei der Apsis liegen etwa Faktor 4 dazwischen. Es bietet genau so viel mehr Platz, wie es eben auch an Gewicht und Volumen mitbringt.

Ich hatte auf den Sonnenuntergang gewartet, um das grün leuchtende Zelt zu fotografieren. Da das Handy aus der Hand zittert, habe ich nach etlichen Versuchen gerade so eine brauchbare Aufnahme hinbekommen. Es dringt wenig Licht nach außen. Das sorgt umgekehrt für eine Art Verdunkelung, sodass man beim Sonnenaufgang noch etwas länger schlafen kann. Ich bin der Typ, der bei Helligkeit sofort die Augen aufmacht – an diesem Tag ging die Sonne gegen 5 Uhr früh auf, und ich bin erst um 6 wach geworden.

So sah die Apsis des Zelts aus, nachdem ich das Moskitonetz geschlossen hatte. Zwei Paar Wanderschuhe passen auf jeden Fall hinein, und wenn man dazwischen noch einen Rucksack aufrecht hinstellt, ist genug Platz für die Rucksäcke von zwei Personen. Ich hatte meinen Rucksack einfach grob ins Innenzelt gelegt und so geschlafen, was etwas unbequem war. Beim nächsten Mal stelle ich ihn in die Apsis und schlafe so.

Mit dem „Koalma”, dem Kovea Alpine Master, habe ich prima Rindfleisch gegrillt. Es ist wirklich ein vielseitiges Kochgeschirr-Set, und eines davon im Schrank zu haben, ist sicher keine schlechte Idee – für Backpacking mit Bergtour-Anteil ist es allerdings groß und schwer. Zu einem etwas minimalistischeren Stil wie hier auf dem Noeul-Campingplatz passt es dafür hervorragend. Topf, Pfanne und Kocher sind damit nämlich in einem Aufwasch erledigt.

Ich habe meine Spuren so gründlich beseitigt, als wäre nie jemand da gewesen, und den Müll vollständig getrennt entsorgt.

Für den „Maenggkkongi”-Shuttlebus hatte ich Hin- und Rückfahrt gebucht … aber beim Abstieg war ich zu Fuß schneller, also bin ich einfach gemütlich runtergetrottet. Beim nächsten Mal buche ich entweder nur eine Richtung oder gehe gleich zu Fuß hoch.

Es ist ein von der Stadt Seoul betriebener Campingplatz, und auch auf dem Parkplatz wird durchweg Gebühr verlangt – aber das Gebührensystem hat ein kleines Problem. Mein Fahrzeug, ein Tesla Model Y, ist als Elektroauto und damit als umweltfreundliches Fahrzeug eingestuft, weshalb es 50 % Ermäßigung auf die öffentlichen Parkgebühren bekommt. Als ich aber vor 9 Uhr morgens ausfahren wollte, war die Schranke einfach oben, die Gebühr wurde ohne Ermäßigung angesetzt und ließ sich nicht bezahlen, also bin ich einfach so hinausgefahren. Wenn später der Bescheid kommt, muss ich wohl mit der Ermäßigung für umweltfreundliche Fahrzeuge bezahlen – aber bei anderen öffentlichen Parkplätzen wird die Ermäßigung heutzutage automatisch verrechnet, weshalb mir nicht ganz einleuchtet, warum es hier nicht klappt. Jedenfalls habe ich die Unannehmlichkeit hinter mir gelassen und bin gut abgereist.

Wären da nicht die Mücken gewesen, wäre es ein wirklich schönes Camping gewesen.

Vielen Dank.

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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com

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