Papyeongsan Backpacking: Anfängerberg nahe Seoul in Paju
Camping · Veröffentlicht 19.6.2023 ·
Wer aus dem Großraum Seoul zum Backpacking aufbrechen will, muss entweder quer durch Seoul fahren oder weiträumig drumherum. Das kostet selbst optimistisch gerechnet mindestens zwei Stunden.
Fährt man von Seoul aus Richtung Westen und nutzt die Stadtautobahn (Außenring) und die Jayu-ro oder die Autobahn Seoul–Munsan, kommt man in etwa 1,5 Stunden inklusive Parken einigermaßen ans Ziel.
Den unten genannten Parkplatz steuert ihr einfach als „Papyeong-Sportpark-Parkplatz” an. Sollte er voll sein, kann man ein kleines Stück in Fahrtrichtung weiter hochfahren – dort lassen sich im Gebüsch(?) gleich mehrere Fahrzeuge abstellen. Das Parken ist übrigens kostenlos.
[Papyeong-Sportpark-Parkplatz
Gyeonggi-do, Paju-si, Papyeong-myeon, Cheongsong-ro 484beon-gil 16-50
](#)
Es war ein außergewöhnlich heißer Tag, aber ich hatte mal wieder Lust aufs Backpacking, und mein Begleiter machte das zum ersten Mal – also suchte ich einen Berg, der nah liegt und vom Schwierigkeitsgrad angemessen ist. Anfangs hatte ich auch über den Nogosan nachgedacht, aber der ist mir zu überlaufen, und ich hatte das Gefühl, dass man dort nicht wirklich entspannt campen kann. Also bin ich noch ein Stück weitergefahren. Von Ilsan aus brauchte ich rund 50 Minuten. Wenn man auf die Autobahn Seoul–Munsan auffährt, ist man schnell da; nach der Ausfahrt auf die Jayu-ro steht man in unter 20 Minuten am Parkplatz.
Kein Stau, gute Erreichbarkeit – aber in der Umgebung fehlt es an Convenience-Stores und Ähnlichem. Wenn ihr Essen oder Trinkwasser besorgen wollt: Sobald ihr noch vor dem Parkplatz einen Laden seht, fahrt ohne Zögern rein und deckt euch ein.
Eine Wegbeschreibung braucht es eigentlich nicht – die Beschilderung ist hervorragend. Kurz nach dem Start kommt eine Weggabelung: Die linke Route ist steil, bringt einen aber schnell zum Gipfel; die rechte ist länger, dafür gemächlicher. Es war früher militärisches Sperrgebiet, und so wie hier und da Bunker stehen, dürfte das eher ein Nachschubweg gewesen sein – es gibt unbefestigte Wege, breit und flach genug, dass Militärfahrzeuge hochfahren konnten. Je nach Tagesform könnt ihr also den bequemen, langsamen oder den schnellen, steilen Weg wählen.

Das ist die Treppe, die vom Gipfeldeck nach unten führt, vom Deck aus fotografiert. Auf diesem Berg gibt es überall Zeltplätze – auch weiter unten steht ein Zelt.

Der Berg hat Gipfel, von denen aus man sowohl Sonnenuntergang als auch Sonnenaufgang genießen kann. An diesem Tag war die Sicht zwar nicht besonders, aber trotzdem konnte ich so eine schöne Aussicht genießen.

Ich habe auch einen Zeitraffer aufgenommen, aber Videoschnitt kann ich nicht – das lerne ich gerade noch.

Weiter unten liegt ein Golfplatz, aber Lärm dringt nicht herauf. Allerdings ist die ganze Nacht über Beleuchtung an – wer also auf pechschwarze Dunkelheit hofft, wird ein bisschen enttäuscht. Bis zum Zeltplatz reicht die Lichtverschmutzung aber nicht hoch.

Hier geht gerade die Sonne auf, und darunter hängt eine dichte Wolkendecke. Der Berg ist etwa 495 Meter hoch, also knapp unter 500. Wenn man ihn grob als 500er einordnet, ist es unten bei tropischer Nacht um die 25 Grad, oben am Gipfel dagegen etwa 22 Grad – ein bisschen kühler. Weil es lange nicht geregnet hatte, war die Mückenplage heftig, aber für den Sommer konnte ich trotzdem recht angenehm schlafen.

Ich habe zum ersten Mal mein Moment DW LI aus Dyneema ausgeführt – ein Zelt mit wirklich geringem Gewicht, das mit nur zwei Heringen aufgebaut ist und obendrein superb belüftet. Schon bei der kleinsten Brise war es angenehm kühl, und das Innenzelt ist aus Mesh. Beim Kauf hätte man auch eine Solid-Variante wählen können, aber im Winter ist es so oder so kalt, egal ob Solid oder nicht. Ich fand die gute Durchlüftung und das fehlende Kondenswasser deutlich wichtiger – deshalb habe ich es so gekauft. Als freistehendes Zelt ist es nicht, braucht also ebenen Boden und etwas Platz, aber auf den meisten heimischen Zeltplätzen dürfte sich das umsetzen lassen. In Felsspalten wird es natürlich schwierig.


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Links ist der Abstieg, rechts der Aufstieg. Beim Abstieg habe ich die Uhr erst nach ein paar Hundert Metern gestartet. Ich bin über den besseren Weg abgestiegen – rechnet mit etwa 3,5 Kilometern. Die steile Route zeigt 2,6 an. Beim Abstieg gibt es praktisch keinen Höhengewinn, der Kalorienverbrauch liegt also auf Spaziergang-Niveau. Der Aufstieg bringt es immerhin auf über 500 kcal und ist eine Route, bei der man etwas ins Schwitzen kommt.
Es ist ein typischer Erdberg (육산, „Yuksan”), und nach oder bei Regen kann es rutschig werden – also Stöcke und Wanderschuhe gut ausrüsten.
Am Gipfel gibt es ein Deck und einen Pavillon, auf denen sich dicht an dicht über sechs Zelte aufstellen lassen. Auch weiter unten gibt es mehrere Plätze, auf denen mehrere Zelte passen – auf diesem Berg muss man also nicht aus Platzmangel wieder umkehren, und für Backpacking-Anfänger ist er bestens geeignet, um’s mal auszuprobieren bzw. Erfahrung zu sammeln.
Wasser gibt es am Berg kaum. Es existiert zwar ein Rückhaltedamm (Sabang-Damm), aber wenn es nicht regnet, trocknet der schnell aus. Trinkwasser muss man komplett selbst hochtragen. Wasser zum Filtern gibt es keins – das bitte beachten.
Wie immer gilt: Den Müll so sauber wieder mit hinunternehmen, als wäre man nie da gewesen – nur so kann man auch beim nächsten Mal wieder Backpacking machen.
Die Fotos wurden mit einer Leica M11, einem Summicron 35 mm und einem iPhone 13 mini aufgenommen.
Vielen Dank.
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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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