Gossamer Gear Fast Kumo: Mein leichter Backpacking-Rucksack für den Sommer

Camping · Veröffentlicht 5.7.2023 ·

Ich habe von früher einen Lightning 45 – ein leichter, robuster Rucksack. Wie es anderen damit geht, weiß ich nicht, aber für mich ist das ein Volumen, mit dem sogar Winter-Backpacking möglich ist, und ich bin sehr zufrieden damit. Im Sommer bleiben allerdings rund 15 Liter ungenutzt. Heißt: Eigentlich reichen mir da so um die 30 Liter. Wenn der Rucksack nicht voll wird, sieht er auch dann nicht gut aus, wenn ich das Rolltop komplett herunterrolle – einfach nicht schön. Also habe ich beschlossen, mir zusätzlich einen Rucksack fürs Sommer-Backpacking zuzulegen, und bin auf die Suche gegangen.

Die Bedingungen

  1. Leicht muss er sein – klingt selbstverständlich, aber wenn das Fassungsvermögen schon kleiner wird, gibt es ja wohl keinen Grund, warum der Rucksack dann schwerer sein sollte.

  2. Ein brauchbarer Hüftgurt – mag ja Sommer sein, aber das Campinggepäck wiegt ohne Verpflegung locker 3–5 Kilo. Mit Essen dazu kommt man auf 7–10 Kilo.

  3. Schön muss er sein – ich habe einfach keine Lust mehr auf das ewig schwarze Wander-Equipment und die schwarze Wanderkleidung. Hell, fröhlich, gerne auch knallig – egal. Hauptsache schön.

Die Suchergebnisse

  1. Die Zpacks-Serie – beim Gewicht ein klarer Sieger, aber preislich einfach zu teuer. Solange das Limit des Dyneema-Materials noch gar nicht ausgereizt ist, hatte ich keine Lust, knapp 500.000 Won für einen Rucksack hinzulegen.

  2. Gossamer Gear Kumo – den Kumo hatte ich tatsächlich schon einmal. Damals war ich noch nicht auf Ultralight-Packen eingestellt und habe ihn am Ende wegen Platzmangels wieder aussortiert.

  3. Gossamer Gear Fast Kumo – es ist ein neuer Kumo herausgekommen. Das Rückenpolster lässt sich auch als Sitzkissen nutzen, die Schultertaschen sind breiter geworden wie bei einer Trailrunning-Weste, und man kann jetzt Trinkflaschen darin verstauen.

Das Problem.

Wird in Korea nicht verkauft …

Das war das größte Problem. Mit Auslandsbestellungen kenne ich mich nicht aus, und ob sie überhaupt liefern – und falls es mal einen Garantiefall gibt, gibt es praktisch keine Möglichkeit, darauf zu reagieren.

Das Ergebnis meiner Anfrage bei der koreanischen Vertriebsseite …?

„Bisher nicht geplant.“ Also doch Direktimport …

Aber Paketweiterleitungsdienst, Zollabwicklung – all das hatte ich noch nie gemacht, und der Kauf war wirklich umständlich. Trotzdem habe ich eine Seite gefunden, die nach Korea liefert, und bezahlt. Bei Auslandszahlungen sollte man unbedingt in Dollar und nicht in Won zahlen – das wusste ich nicht und habe in Won bezahlt … na ja, auch das ist alles Erfahrung … Der Versand hat übrigens rund 70.000 Won gekostet …

Der Versand …

Hat genau etwa einen Monat gedauert. Express-Anbieter wie FedEx oder DHL scheinen ein Verfahren zu haben, bei dem der Zoll anhand der Warenbezeichnung schon vorab vereinfacht abgewickelt wird, aber bei normalen Luftpost-Paketen prüfen die Zollbeamten offenbar jedes Stück einzeln und veranschlagen die Steuer. Deshalb lag das Paket selbst nach Ankunft beim Zoll in Incheon noch etwa 10 Tage herum. Auf Nachfrage hieß es nur: „Wenn sich die Warenmengen stauen, dauert es länger, warten Sie ab.“ Bei der Vorab-Anmeldung hatte ich das FTA-Häkchen gesetzt, aber am Ende stellte sich heraus, dass es nicht „Made in USA“ ist, also musste ich die Steuer zahlen. Ich dachte, weil es ein Produkt aus den USA und eine US-Marke ist, wird es schon in den USA hergestellt sein, oder? Genau weiß ich es ehrlich gesagt auch nicht … Aber der Stoff ist aus Korea, die Montage aus Vietnam, das Design (die Konstruktion) aus den USA – so ist das also ^^

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Vom Design her ist es ein Rucksack in der typischen Gossamer-Gear-Bündelform. Der Hüftgurt ist auf seine Weise recht stabil, und am Rücken gibt es eine schaumstoffartige Matte, die sich als Sitzkissen verwenden lässt und gleichzeitig Schweißbildung am Rücken verhindert. Wer Gewicht sparen will oder die Matte nicht braucht, kann sie entfernen und so unterwegs sein. Die Akzente sind alle in meinem geliebten Orange gehalten, und da der Rucksack insgesamt ein helles Grau hat, wirkt er hell und freundlich. Der Boden ist ja der Bereich, der vergleichsweise stark verschmutzt – dort wurde schwarzer Stoff verwendet.

Ich habe ihn zum Vergleich neben meinen alten Lightning 45 gehängt und fotografiert. Der Hüftgurt ist tatsächlich etwas schwächer, und auch die Länge ist kürzer. Der Kumo fasst zwar maximal 36 Liter, aber das ist das Gesamtvolumen inklusive aller Außentaschen – das Hauptfach fühlt sich eher nach 15–20 Litern an.

Das Rückenpolster ist einwandfrei, und ich habe ein fehlerfreies, makelloses Stück bekommen. Da ein Umtausch praktisch unmöglich ist, hatte ich gehofft, dass ein gutes Exemplar ankommt – ein echter Glücksfall. Die Produkte von Gossamer Gear werden bewusst unter Verzicht auf Haltbarkeit aus ultraleichten Materialien gefertigt, sodass nach ein paar Jahren Gebrauch hier und da etwas vernäht werden muss – aber genau diesen Reiz? will ich genießen.

Ach … da steigt der Nationalstolz auf. Es ist ein Etikett, das den Stoff der koreanischen Firma Hyosung ausweist. Dass koreanische Technik durch die ganze Welt zieht, ist ein richtig gutes Gefühl.

Irgendwann wird er sicher auch in Korea verkauft, aber wenn ich ihn jetzt brauche, muss ich ihn eben jetzt kaufen. Insgesamt sind etwa 350.000 Won draufgegangen, und gekauft habe ich nicht über die offizielle US-Seite, sondern über eine Seite namens GGG.

Für den Versand kam USPS zum Einsatz – eine andere Option gab es nicht. Wenn es ein dringend benötigtes Ausrüstungsstück wäre, wäre es beim Direktimport wohl besser für die seelische Gesundheit, einen Express-Anbieter wie UPS oder FedEx zu nutzen.

Gesamtgewicht des Rucksacks: 610 g

Vielen Dank.

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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com

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