Mit dem Wandern anfangen: 6 einfache Tipps für Einsteiger
Alltag · Veröffentlicht 14.1.2023 ·


Prolog
Mit diesem Beitrag möchte ich über die Vorurteile sprechen, die viele Menschen gegenüber dem Wandern haben – all jene, die sich diffus davor fürchten oder es schlicht nicht mögen. Wandern ist nämlich gar keine schwierige oder anstrengende Sportart, kein Kraftakt. Wandern macht wirklich Spaß, und es ist eine der wenigen Bewegungsformen, bei der man so ziemlich jede Bewegung einsetzt, zu der ein Mensch fähig ist. Macht es euch bitte nicht zu schwer im Kopf. Wandern ist nun mal ein richtig schöner Sport^^ – und es gibt nicht viele Aktivitäten, die man sowohl allein als auch in der Gruppe genießen kann.
- Wenn das Wetter schön ist, gehen wir doch einfach mal los.
Es gibt Leute, die ewig brauchen, bevor sie überhaupt vor die Tür kommen. Wir leben nun mal in einer Welt, in der wir ständig darauf achten müssen, was die anderen denken. Erst die zum Anlass und Ort passende Kleidung, dann das Zurechtmachen, dann die ganze Vorbereitung – und erst danach gehen wir los. Ich dagegen empfehle: Wenn das Wetter gut ist, schnapp dir einfach eine Mütze und eine Sonnenbrille und spazier durch dein Viertel oder durch den nächsten Park. Wenn man ein, zwei Stunden draußen geht, tankt man herrlich Sonne, atmet frische Luft und sieht, wie sich die Jahreszeiten verändern. Erst mal muss man überhaupt vor die Tür und losgehen. Und wenn man dranbleibt, kommt schneller als gedacht der Tag, an dem man – wie auf dem Foto unten – den Ulsanbawi-Felsen mit eigenen Augen sieht~~

- Außerhalb der Bettdecke ist es gar nicht so gefährlich.
Wir gehen viel zu oft nur auf befestigten Wegen. Künstlich harter Asphalt tut dem menschlichen Körper nicht besonders gut. Wenn man die unbefestigten Wege im Park entlanggeht, ist es mal holprig, mal gibt es schön weiche Erdpfade. Erde federt unsere Schritte ab, während wir gehen. Erde ist nichts Schmutziges. Es ist einfach nur Erde. Kein Dreck im negativen Sinne. Auf Erde zu gehen heißt, Kieseln und Baumwurzeln ausweichen oder vorsichtig sein zu müssen – und genau das wird zu einer Art Meditation, die für einen Moment all die wirren Gedanken aus dem Kopf wischt.

- Turnschuhe reichen völlig. Eine Flasche Wasser solltest du aber dabeihaben.
Für Berge von etwa 200 oder 300 Metern Höhe reichen Turnschuhe wirklich aus. Ich weiß, es gibt Leute, die das anders sehen. Aber ich denke so: Man geht eben vorsichtig hin und wieder zurück, fertig. Um eine Fliege zu erschlagen, reicht die Fliegenklatsche – man muss nicht zehn verschiedene Insektensprays kaufen. Zieh einfach bequeme Turnschuhe an, schnür sie ordentlich und geh zu einem niedrigen Berg in der Nähe, und sei es nur bis zum Eingang. Und wenn du dort stehst und überlegst – rauf? oder nicht? – und dann einfach wieder umdrehst, ist das auch völlig in Ordnung. Pack aber vielleicht eine 500-ml-Flasche Wasser ein, ja?^^ Für Berge wie den Seoraksan auf dem Foto unten muss man sich allerdings schon ein bisschen vorbereiten. ^^;;

- Wanderkleidung ist letztlich auch nur Sportkleidung.
Viele machen sich übers Wandern-Outfit oder die richtige Kleidung viel zu viele Gedanken. Und viele glauben fälschlicherweise, man müsse erst eine Menge Geld ausgeben und sich extra ausstatten. Ging mir genauso. Gleich vorweg, auf den Punkt gebracht: Alles falsch. Sportkleidung reicht völlig. Ein Trainingsanzug ist wirklich super. Im Frühling, Sommer und Herbst tut es einfach irgendwas richtig Bequemes … im Winter sollte man sich ein bisschen mehr ausrüsten, aber selbst das – na ja? Wenn man eine Weile dabei ist, findet man ganz von allein seinen eigenen Stil. Dann ist es immer noch früh genug, sich auszustatten. Berge unter 500 Metern macht man meist als Drei-bis-vier-Stunden-Tour – dafür braucht man keine Himalaya-Ausrüstung. Sportkleidung genügt eben. Ein schönes Beispiel für Trainingsanzug plus Turnschuhe~ (ein Bekannter von mir, aber wegen der Privatsphäre … haha)

- In den Rucksack kommt am Ende vor allem was zu essen.
Viele fragen sich, was sie überhaupt in den Rucksack packen sollen, oder? Nachdem ich ein paar Nachrichten dazu bekommen habe, finde ich die Frage richtig spannend. Um es vorwegzunehmen: Den Rucksack nimmt man mit, um was zu essen reinzupacken. Und um die ausgezogenen und die noch anzuziehenden Klamotten zu verstauen – das ist alles. Nach drei, vier Stunden Gehen wird man hungrig. Und man ist auch ein bisschen ausgelaugt, sodass einfach alles himmlisch schmeckt. Eine Becher-Ramyeon auf dem Gipfel schmeckt zigfach besser. Genau deshalb kocht man sich auch Wasser in der Thermoskanne ab. Gimbap ist ebenfalls herrlich … und selbst die Bonbons, die man sonst nie anrührt, schmecken plötzlich fantastisch. Beim Gehen wird einem kalt, oder? Manchmal aber auch heiß. Also an- oder ausziehen … Aber alles in der Hand halten, um den Hals hängen und um die Hüfte binden geht eben nicht. Das ist unbequem. Und genau dann ist so ein 20-Liter-Rucksack einfach praktisch und man hat beide Hände frei. Dafür trägt man einen Rucksack. Wanderanfängern reicht sogar ein ganz normaler Schulrucksack. Mein Rucksack da ist eigentlich ein dicker Backpacking-Rucksack^^

- Fang mit niedrigen Bergen an.
Nicht jeder von uns kann die Baekdu-Daegan-Bergkette komplett bezwingen. Ich habe es auch nicht geschafft. Und keiner von uns muss bei klirrender Winterkälte den Dinosaurier-Grat des Seoraksan in einem Stück durchwandern. An einem schönen Tag auf einen Berg in der Nähe zu gehen, eine Rolle Gimbap zu essen, wieder herunterzukommen und dann Samgyeopsal mit einem Gläschen Soju zu genießen – das ist einfach wunderbar. Steig erst kleine Berge, erst niedrige Berge, einen nach dem anderen, sammle nach und nach kleine Erfolgserlebnisse, leg sie wie auf einem Konto an – und ehe du dich versiehst, bist du ein alter Hase. Bitte fahrt nicht gleich zu Beginn zum Jirisan oder Seoraksan, quält euch dort ab und gebt am Ende auf – fangt mit den niedrigen Bergen an und habt einfach Spaß~ Ein Berg, der nicht mal 300 Meter hoch war, war der Anfang meiner Wanderlaufbahn. ^^

Danke fürs Lesen.
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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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