Arc'teryx Alpha SV im Test: Hardshell-Jacke aus Gore-Tex
Alltag · Veröffentlicht 6.1.2023 ·

Heute will ich mal über die Alpha SV von Arc’teryx schreiben – die Cashcow und das Aushängeschild einer Marke, die inzwischen sogar Leute kennen, die mit Bergsteigen sonst nichts am Hut haben.

Kanadische Marke.
Soweit ich weiß, entstand sie damals daraus, dass ein paar Bergsteiger keine Jacke fanden, die ihnen gefiel, und sie deshalb kurzerhand selbst zu nähen begannen.
Heute steckt da wohl eine ganze Menge chinesisches Kapital drin.
Das Modell auf dem Foto ist eine in Kanada gefertigte Jacke.

Dieses Logo ist berühmt geworden, weil es unser Jae-yong getragen hat.
Dank ihm muss man Sachen, die man früher auch mal in der Stadt anzog, jetzt gefühlt nur noch am Berg tragen. ^^;
Taschen

Auf der Brust gibt es zwei Taschen. Die Reißverschlüsse sind wasserdicht.
Diese Taschen kann man sogar dann noch benutzen, wenn man den Rucksack aufhat und der Hüftgurt die seitlichen Armtaschen blockiert – deshalb sind sie wirklich praktisch. An richtig kalten Tagen sitzen sie ja an der Brust, also kann man zwei Wärmepads aktivieren und reinstecken – dann wird’s mollig warm.

Das ist die Innentasche, die man erreicht, wenn man mit der linken Hand nach rechts greift.
Ideal, um einen Teil der Verpflegung reinzulegen und sie unterwegs herauszuholen und zu essen.

Genau dort, wo die Naht beginnt, sieht man ein Nahtdichtband und obendrein eine zusätzliche, münzgroße Verstärkung.
Diese Jungs meinen es mit der Wasserdichtigkeit wirklich ernst.

Das ist die Innentasche, wenn man mit der rechten Hand zur linken Brustseite greift.
Der Produktname auf diesem roten Etikett steht nur auf den Gore-Tex-Produkten von Arc’teryx – bei Jacken wie der Gamma LT fehlt dieses Detail.

Am linken Arm gibt es noch eine zusätzliche Tasche. Auch hier lässt sich Verpflegung gut verstauen.
Und nach einer Sonnenaufgangstour ist sie auch praktisch, wenn man die Stirnlampe abnimmt und für den Rückweg kurz wegstecken will.
Belüftung

Vom Arm bis hinunter zur Seite lässt sich fast 70 % öffnen.
Es ist eine Hardshell, und sobald die Körpertemperatur steigt, kann es richtig heiß werden. Mit Rucksack auf dem Rücken die Jacke unterwegs ständig an- und auszuziehen, ist aber ziemlich mühsam. Für solche Fälle kann man einfach beide Seiten öffnen – und schon lässt sich die Temperatur super regulieren.
Bei Hardshells und Jacken aus wenig atmungsaktivem Material wünsche ich mir wirklich immer eine Belüftung.

Alle Reißverschlüsse sind wasserdicht, da kommt kein Wasser durch.
Bei der Alpha SV, die ja von Haus aus eine wasserdichte Jacke ist, versteht sich das eigentlich von selbst, aber offenbar spielt auch der Reißverschluss eine wichtige Rolle.

So sieht die seitliche Belüftung von außen aus.
Man streckt den Arm nach oben und zieht mit der anderen Hand nach unten – dann gleitet sie ganz leicht auf.
Mit etwas Übung schafft man das sogar blind.
Auch im Winter mit Handschuhen lässt sie sich ohne Probleme bedienen.

Aufgezogen öffnet sie sich sofort und man kann die Temperatur regulieren.
Durch ihre Lage kommt selbst bei Regen kaum Wasser herein – bei einer Spättour im Spätherbst im Jirisan blieb ich trotz ordentlich Regen schön trocken.
Sturmkapuze

Bei Jacken von ordentlichen Marken wie Arc’teryx oder Rab ist die Sturmkapuze – also der Kapuzenteil – fast immer ziemlich groß.
Das soll wohl so sein, damit man die Kapuze auch über einen Helm ziehen kann.
Beim Klettern muss man die Jacke ja mit Helm tragen, deshalb ist das so.
Damit man die Kapuze aber auch ohne Helm aufsetzen und schließen kann, gibt es entsprechende zusätzliche Verstellbänder.

Sie ist in Kanada gefertigt, aber wo sie heute produziert wird, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Oben lässt sich zunächst die Gesamtgröße der Kapuze einstellen.

Weiter unten gibt es noch eine weitere Zugschnur. Über den Nackenbereich kann man so ganz fein justieren.
Auch vorne sitzen auf beiden Seiten Zugschnüre, mit denen sich der gesamte Kapuzendurchmesser regulieren lässt.
So kann man die Kapuze für jede Situation passend einstellen – ob mit Baseballcap darunter, mit Helm oder einfach so.
Gerade bei starkem Regen muss man die Kapuze gut einstellen, damit sie das Regenwasser von den Augen fernhält – dann fährt man quasi wie beim Autofahren im Regen den Berg entlang.
Weitere Details

Der Klettverschluss am Handgelenk ist ganz gewöhnlich.

Innen ist es einfach Gore-Tex.
Unter der Bergausrüstung sind Hardshell-Jacken extrem teuer.
Ich hatte sie gekauft, weil ich dachte: Lieber einmal ein ordentliches Stück kaufen und lange nutzen – das spart unterm Strich eher Geld. Ironischerweise ist sie aber das Teil, das ich am wenigsten benutze.
Ich hole sie nämlich nur raus, wenn es richtig kalt ist oder regnet. ^^;
Trotzdem gibt sie einem innerlich ein gutes Gefühl von Sicherheit. In Nationalpark-Kategorie kann ein kleiner Ausrüstungsfehler einen wirklich leiden lassen – und wenn man dann ein, zwei Mal erlebt hat, wie man sie ohne zu zögern überzieht und plötzlich alles entspannter wird, schleppt man sie selbst im Hochsommer eng zusammengerollt im Rucksack mit. Benutzt wird sie aber wirklich selten.
Bei Bergjacken empfehle ich, eine Nummer größer zu kaufen.
Das ist keine Modekleidung – wenn man sie wirklich am Berg tragen will, muss sie auf die unterschiedlichsten Bedingungen reagieren können.
Sitzt sie zu eng, kann man darunter keine Daunenjacke tragen und die Jacke obendrüber ziehen. Im Sommer ist das egal, aber im Winter kommt vom Baselayer an ja immer mehr Kleidung dazu. Auch dafür ist es dann schwierig.
Die Ärmel sind ziemlich lang geschnitten, und das hat seinen Grund.
Beim Bergsteigen schwingt man die Arme viel vor und zurück und streckt sie oft nach oben, um Seile oder Leitern zu greifen. Sind die Ärmel dabei zu kurz, zieht es die Seitenpartie nach oben, und am Ende liegt der Bereich unterhalb des Hüftgurts außerhalb der Jacke frei – und das raubt einem die Körperwärme.
Man sollte also einfach wissen, dass die Jacke von Haus aus lange Ärmel hat, und sie entsprechend kaufen. Auch hinten am Gesäß ist sie aus demselben Grund länger geschnitten.
Ich selbst nutze als Softshell die Gamma LT und als Hardshell die Alpha SV.
In letzter Zeit soll es viele Jacken aus Hybridmaterialien geben – das schaue ich mir mal an und ergänze meine Ausrüstung vielleicht entsprechend.
Vielen Dank.
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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com
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