Apple Watch Ultra vs. Garmin Fenix: Welche im Alltag?

Ausrüstung · Veröffentlicht 19.11.2022 ·

Diesmal will ich die beiden wirklich aus der Perspektive der täglichen Nutzung vergleichen.

Die Vorteile der Apple Watch Ultra

Beim Zusammenspiel mit dem iPhone macht ihr keiner etwas vor.

Logisch – beide kommen vom selben Hersteller. Alles wirkt geradezu organisch ineinander verzahnt.

Dieses wirklich nahtlose Nutzererlebnis ist so geschmeidig, dass es sich fast wie Atmen anfühlt.

Sie ist immer wach, beobachtet ständig und liefert dir die Ergebnisse.

Und diesmal ist auch die Akkukapazität gewachsen.

Die Zahl der Lade- und Entladezyklen ist gesunken.

Es sind Sportmodi wie etwa für den Triathlon dazugekommen.

Die bisherigen Apple Watches hatten schlicht nicht genug Akku, um einen kompletten Triathlon durchzuhalten.

Deshalb wurde das wohl jetzt nachgerüstet. (Das ist nur meine persönliche Vermutung und muss nicht stimmen.)

Die Nachteile der Apple Watch Ultra

Bei der Software-Entwicklung ist Apple zurückhaltender, als man denken würde.

Bei der Trainingsanalyse zum Beispiel wirken sie nicht gerade engagiert.

Funktionen wie geschätzter Schweißverlust oder ein Trainingsguide, der sich an die Tagesform anpasst, fehlen vergleichsweise.

Klar, die Strategie, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist gut. Aber der Verbraucher will etwas, das sofort einsatzbereit ist.

Stattdessen muss man für spezialisierte Apps ein zweites Mal Geld in die Hand nehmen. Und ob diese Apps dann wirklich professionell sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ob die Updates weiterlaufen, ist ungewiss. Es gibt erstaunlich viele Apps, deren Dienst irgendwann eingestellt wurde.

Die Vorteile der Garmin Fenix

Erstens: Sie meint es ernst mit dem Sport.

Sie bietet zahlreiche Sportmodi. Und zu jedem den passenden Guide und die passende Analyse.

Der Wandermodus etwa liefert eine Karte und hat von Haus aus einen Navigationsmodus, der einen zum Ausgangspunkt zurückführt.

Wenn ich nach der Wanderung speichere, analysiert sie alles und zeigt mir den geschätzten Flüssigkeitsverlust und die Kalorien an, dazu, wie lange ich zur Erholung (Ruhe) brauche – stunden- oder tageweise. So leitet sie einen dazu an, sich ausreichend zu erholen.

Sie berechnet den VO2max und erklärt unter anderem, wie man ihn steigert.

Sie schlägt das Trainingspensum vor, das zur Tagesform passt.

Sie ermittelt die Körperenergie (Body Battery) und gibt entsprechende Empfehlungen.

Das passt erstaunlich gut – ich war wirklich verblüfft.

Wenn man zum Beispiel getrunken hat und schläft, fühlt sich der Kopf an, als hätte man tief geschlafen, aber der Körper sieht das offenbar anders.

Ich trage die Uhr nachts, unter anderem fürs Schlaf-Tracking. Dann berechnet sie mir die Body Battery. An Tagen, an denen ich getrunken und dann geschlafen habe, ist die wiederhergestellte Body Battery verschwindend gering. So habe ich herausgefunden, dass ich nach Alkohol etwa zwei Tage lang kaum trainieren kann.

Die Nachteile der Garmin Fenix

Die Bedienung ist umständlich.

Wenn man sich erst einmal eingewöhnt hat, nutzt man ohnehin nur die Funktionen, die man braucht, und dann empfindet man es gar nicht mehr als so unbequem – aber komfortabel ist es trotzdem nicht.

Sie bietet zwar Touch-Bedienung und Gesten, aber im Vergleich zur Apple Watch fühlt sich das immer noch umständlich und altbacken an.

Das hat aber auch den Vorteil, dass man sie bedienen kann, ohne die Handschuhe auszuziehen.

Die Ablesbarkeit des Displays ist gegenüber Apple allerdings unfassbar schlecht.

Es steckt im Grunde noch fast dieselbe TFT-Display-Technik wie in den 1980ern dahinter, entsprechend mies ist die Lesbarkeit.

Manchmal gehe ich, nur um die Daten ablesen zu können, an einen helleren oder dunkleren Ort oder beschatte das Display mit der Hand bzw. werfe gezielt einen Schatten darauf.

Das nervt hier und da ein bisschen.

Der Marktanteil ist klein.

Das heißt im Klartext: Sie ist nicht besonders verbreitet. Zubehör bestelle ich meistens bei AliExpress und lasse es mir schicken.

Und die Auswahl ist nicht gerade groß.

Und welche soll man nun nehmen?

– Garmin –

Wer es wirklich ernst meint mit dem Sport, wer die Uhr ständig trägt, um den eigenen Körperrhythmus zu überwachen und diese Daten auch zu nutzen,

und wer auf unerwarteten Dienstreisen oder Trips keine Einschränkungen erleben will – dem empfehle ich Garmin.

Bei mir verbraucht eine Ladung pro Woche etwa die Hälfte des Akkus. Und das, obwohl ich unter der Woche Rad fahre, laufe und auch sonst genug GPS-Training mache – es bleibt also reichlich übrig, sodass selbst eine spontane Dienstreise oder Aktivitäten über 3 bis 9 Nächte überhaupt kein Problem sind.

Qualität vor Optik, ein professioneller Trainingsguide, präzises Feedback zum Körperrhythmus und entsprechende Einsichten – in diesen Punkten ist Garmin meiner Meinung nach derzeit immer noch hervorragend.

– Apple –

Für nahtloses Zusammenspiel, schönes Design und für sehr regelmäßige, planvolle Menschen ist auch die Apple Watch Ultra eine gute Wahl.

Ein Akku, der zwei Nächte durchhält, bewegt sich durchaus in einem planbaren Rahmen.

Und wenn man ein Ladekabel mitnimmt oder sich ein zusätzliches kauft, lässt sich die Reise noch weiter ausdehnen.

Wer großes Interesse daran hat, neue Apps zu kaufen und zu nutzen, kann seine Effizienz noch steigern.

– Und in meinem Fall, dem des Verfassers … –

Ich warte wohl mal ab, bis so etwa die zweite Generation der Apple Watch Ultra erscheint?? Dann entscheide ich.

Fürs Erste heißt es jedenfalls: STAY~

Ein Akku mit nach wie vor geringer Ausdauer – da kann das Display noch so hochwertig sein … wenn die Uhr ausgeht, ist alles für die Katz.

Ich habe einfach keine Lust auf den Ladestress ^^;;

Welche Analyse-App fürs Wandern, Radfahren und so weiter taugt, weiß ich nicht so recht, und mich darüber zu informieren ist mir zu mühsam.

Da ich nicht mal groß aufs Handy schaue, wäre das für mich garantiert eine echte Last.

Die Apps, die Garmin von Haus aus mitbringt, reichen mir vorerst auch völlig.

Sollte Garmin allerdings – wie vor einigen Jahren, als ihnen Hacker die Server lahmlegten und Updates ausblieben – bei der Software-Qualität oder der Server-Wartung patzen … dann wandert die Uhr direkt in den Müllsack und ich sehe mich nach einem anderen Produkt um.

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Kontakt: bumseok.view [at] gmail [dot] com

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