Campingausrüstung pflegen: Zelt, Schlafsack & Kochgeschirr trocknen

Camping · Veröffentlicht 20.6.2023 ·

Es ist jetzt wirklich Hochsommer geworden. Camping-Saison – die Zeit, in der das Zelten Hochkonjunktur hat. Viele zieht es mit großen Erwartungen hinaus, um die Natur zu genießen. Aber wenn man seine Ausrüstung nicht gut pflegt, gehen die teuren und schwer zu beschaffenden Campingsachen schneller kaputt, als einem lieb ist. Heute soll es deshalb um die Pflege der Campingausrüstung gehen.

Auch ich habe früher die Sachen oft einfach im Kofferraum gelassen, sie manchmal über einen Monat lang mit mir herumgefahren, und es gab Tage, an denen ich nach dem Abbau im Regen einfach keinen Ausweg sah und alles so stehen ließ, solange es noch nicht aufgehört hatte zu regnen. Heute möchte ich euch meine eigene Routine zeigen.

Zuerst zum Kochgeschirr und den Tellern, in denen man sich etwas Leckeres zubereitet hat: Natürlich gibt man am Campingplatz oder am Biwakplatz sein Bestes beim Abspülen – doch wenn man dann an der Transporttasche oder am Rucksack schnuppert, riecht es immer noch nach Essen. Deshalb ist nach der Heimkehr das Erste, was ich tue, noch einmal abzuspülen. Die benutzte Gaskartusche trenne ich ab und lagere sie an einem gut belüfteten Ort – in einer Wohnung bewahre ich sie am liebsten an einem nach Norden gelegenen Fenster zur Veranda hin auf, das ich einen Spalt offen lasse. Beim Kochgeschirr ist die Behandlung noch am selben Tag wirklich Pflicht, finde ich.

Ramyeon … beim Essen großartig, aber der Geruch hält sich wirklich ewig ^^

Bei diesem Campingtrip habe ich Hähnchenbrust-Würstchen im Wasserbad erwärmt und gegessen.

Jetzt zum Zelt: Auch ohne Regen wird ein Zelt feucht. Schon der Atem der Schlafenden gibt Wasserdampf ab, und der schlägt sich als Kondenswasser nieder. Dazu kommt frühmorgens noch der Tau. Am Campingplatz oder Biwakplatz ist es alles andere als einfach, das Zelt vollständig trocken nach Hause zu bringen.

Trocknet man es nicht ordentlich, kann man durchaus die Erfahrung machen, dass es riecht wie in einem Armee-Versorgungslager. Bei freistehenden Zelten ist es schön, sie zu Hause noch einmal aufzubauen, durchzulüften und trocknen zu lassen – aber bei einem nicht freistehenden Zelt wie auf dem Foto oben oder bei großen Wohnraumzelten kann das Trocknen wirklich schwierig werden. Ich mache es so:

Zuerst breite ich das Zelt umgedreht aus, stelle dann einen Stuhl auf die Veranda und hänge es darüber. Anschließend lasse ich einen Luftzirkulator (Air Circulator) zwei bis drei Stunden laufen und öffne die Fenster. Man muss das Zelt gar nicht gleichmäßig schön ausbreiten – Feuchtigkeit wandert ohnehin von dort, wo sie ist, zur trockeneren Seite. Es reicht also, das Zelt einfach grob auszubreiten und es nach etwa einer Stunde noch einmal umzudrehen; wiederholt man das, ist es im Nu staubtrocken und raschelt richtig. Auch beim Geschirr dauert es zu lange, wenn man es zusammen mit dem übrigen Geschirr zum Trocknen aufhängt – nach dem Abspülen also grob das Wasser abschütteln und mit zum Zelt in den Trockenbereich hängen, dann sieht man, wie es dank der „Kraft” des Zirkulators wirklich rasend schnell trocknet.

Auf dem Foto ist es nicht zu sehen, aber gleich daneben hängt mein Schlafsack. Mit rund drei Stunden Zirkulator-Wind lässt sich wirklich eine Menge Ausrüstung trocknen. Sogar an Regentagen trocknet alles schön.

Inzwischen ist es wohl etwas besser geworden, aber Campingausrüstung bestimmter Marken ist nach wie vor oft ausverkauft – schwer zu bekommen und teuer. Wirft man sie aus Bequemlichkeit einfach achtlos in die Ecke, verkürzt das die Lebensdauer, und irgendwann nimmt man den Geruch gar nicht mehr wahr. So lästig es also sein mag: Wenn man gleich nach der Rückkehr nur ordentlich trocknet, kann man die Sachen wirklich sehr lange nutzen.

Vielen Dank.

#Campingausrüstungspflege #Backpacking-Ausrüstungspflege #Camping-Schlafsackpflege


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