Sapporo bei Nacht: Ralse-Markt, Straßenbahn & günstiges Sushi
Reisen · Veröffentlicht 4.7.2024 ·

Wir checkten in der Unterkunft ein und … naja, viel war es ja nicht, aber indem ich den Rucksack abstellte, hatten wir quasi „ausgepackt”. Jetzt also raus, sich endlich umsehen, ein bisschen Sightseeing? – und nebenbei Zutaten fürs Abendessen besorgen. Anfangs lief ich noch völlig planlos los, dann machte ich Google Maps an und suchte nach einem Supermarkt – und so merkte ich, dass es in Hokkaido erstaunlich viele Ralse-Märkte gibt.

Bei einer Reise nach Sapporo taucht dieser Fernsehturm immer wieder auf. Der offizielle Name lautet hierzulande „Sapporo TV Tower” …

Wir durchquerten die große Einkaufsstraße nördlich von Susukino.

Das hier ist der Eingang zu einer Untergrundpassage – bis zu diesem Moment hatte ich keine Ahnung, dass sich dort unten eine gigantische Ladenmeile befindet. Ich dachte nur: „Ah, die haben es so gemacht, dass man bequem mit dem Fahrrad runterfahren kann …” – und knipste einfach ein Foto …

Die Leuchtreklamen von Susukino …

In Hokkaido gibt es den Nikka-Mann.

Dass auf dem Dach eines Gebäudes ein großes Riesenrad steht, fand ich schon ziemlich kurios. Und einen FamilyMart gibt es auch …

Als ich das zum ersten Mal sah … hä, hä?? Eine Straßenbahn! Faszinierend. Auf der äußeren Ringlinie fahren die neuen Modelle, auf der inneren noch die alten – ein Verkehrsmittel, das die Einheimischen tatsächlich rege nutzen. Bei uns will man so etwas wohl gerade unter dem Namen „Tram” einführen.

Die Wäscherei-Kette Cleanstar …

Mitten auf der Straße liegt das Gleis der Bahn, und links und rechts davon fahren ganz normal die Autos. Aber es staut sich deswegen nicht – alle weichen einander schön aus und kommen prima miteinander klar … Der Bereich oben links im Bild ist die Haltestelle der Straßenbahn.

Endlich gefunden – der Ralse-Markt … Ich wollte einmal kosten, wie sich das Essen der Einheimischen anfühlt. Eine Wahnsinnsauswahl an Highballs und Bieren … von verschiedenen Alkoholgehalten bis zu Fruchtaromen – wirklich eine riesige Vielfalt, da konnte man sich ganz nach Geschmack etwas heraussuchen.

Weil es der erste Tag war, kauften wir 6 Highballs … 4 Dosen Bier … und dazu ein paar um 20 % reduzierte Sushi-Artikel, und traten den Rückweg an. Die Strecke war ziemlich weit, also entschieden wir uns, für den Rückweg die Straßenbahn zu nehmen. Der Fahrpreis lag bei 200 Yen, für zwei Personen also grob 4.000 Won – aber von Susukino bis zu diesem Ralse-Markt war es eben eine ordentliche Distanz, da ging es nicht anders.

Es war zu dem Zeitpunkt kurz nach 20 Uhr. Die Einheimischen erledigen ihren Einkauf meist vor 18 Uhr, deshalb sind die Rabatte zwar schön und gut … aber man muss aufpassen, denn sonst ist das Sushi schon weg. Je weiter man aufs Land kommt, desto deutlicher wird das. Kommt man zu spät, gibt es nichts mehr zu essen. Rechtzeitig hingehen und kaufen scheint mir besser zu sein als der Rabatt.

Die äußere Ringlinie brauchten wir gar nicht …

Wir warteten auf die innere Ringlinie. Man muss nicht lange warten, die kommen ziemlich oft. Die Haltestelle in der Mitte ist schmal, da muss man wohl wirklich auf seine Sicherheit achten.

Hier stiegen wir ein und fuhren mit der inneren Ringlinie bis zur Station nach Susukino, Tanukikoji. Sitzend fahren zu können – das ist der Himmel.

200 Yen für Erwachsene …

Das Innere ist … nichts anderes als die Straßenbahn, die ich im Eisenbahnmuseum gesehen hatte und die früher am Gwanghwamun verkehrte – nicht mehr und nicht weniger. Sogar die Breite kam mir gleich vor. Eine Schmalspurbahn …

Sie ist zwar alt, aber alles funktioniert tadellos. Man hat das Gefühl, dass sie gut gewartet und gepflegt wird …

Wir kauften Suntory Highball, Thunfisch, Sushi, Onigiri und so weiter und aßen das Ganze in der Unterkunft. Ich hatte mich ein wenig nach Restaurants in der Innenstadt von Sapporo umgesehen … aber die Grill-Lokale waren eng zusammengepfercht und teuer … voller Leute, und ohne Reservierung nehmen sie keine Ausländer … und so weiter … der Unannehmlichkeiten gab es nicht nur ein, zwei.
Der Preis für Sushi liegt bei etwa 400 bis 800 Yen pro Packung … umgerechnet auf koreanische Verhältnisse multipliziert man grob mit 0,85. Stand Juni 2024 … ein absolutes Schnäppchen, oder?
Man kann ja nicht jeden Tag in ein nobles Restaurant gehen, also beschlossen wir, fürs späte Frühstück und die Snacks – nichts Edles, einfach Familienrestaurants auf normalem Niveau oder Lokale in den Kaufhäusern – zu nutzen, und das Abendessen, bei dem man sowieso gemütlich auf ein Gläschen zusammensitzt, größtenteils aus dem Supermarkt zu beziehen.
Damit pendelte sich ein Betrag von etwa 2.500 bis 3.000 Won pro Mahlzeit für zwei Personen ein. Da die Fahrtkosten in diesem Durchschnitt schon enthalten sind: Der schwache Yen ist ja schön, aber die Preise in Korea sind eindeutig komplett verrückt geworden, hahaha.
Der Geschmack des Essens war selbstverständlich über jedem Zweifel erhaben. Es war so viel besser als das Sushi, das man in koreanischen Supermärkten kauft – kein Vergleich. Aber ein Supermarkt bleibt eben ein Supermarkt. Wie ich in einem späteren Beitrag noch schreiben werde: Das Sushi, das wir in Otaru aßen, war wirklich erstklassig – aber auch das Sushi vom Ralse-Markt hatte ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
So sah der knausrige erste Abend unserer Auslandsreise nach Hokkaido, Sapporo aus.
Vielen Dank.
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