Hilleberg Enan im Test: Mein 1-Personen-Leichtzelt fürs Backpacking

Ausrüstung · Veröffentlicht 5.6.2023 ·

Ich will es langsam angehen und mit dem Backpacking erstmal in der näheren Umgebung anfangen.

Meine Knöchelverletzung ist immer noch nicht ausgeheilt – vielleicht muss ich mein ganzes Leben lang im Sitzen unterwegs sein… wer weiß… ㅠㅠ

Meine Backpacking-Ausrüstung, die ich eigentlich alle weggeworfen, verkauft oder aussortiert hatte, baue ich jetzt nach und nach wieder auf.

Zuerst mal das Zelt…

Früher galt ein 1-Personen-Zelt schon als sehr leicht, wenn es unter 2 Kilo blieb, und die allgemeine Stimmung war, dass 1-Personen-Zelte zu eng sind und kaum jemand sie nutzt…

Heute gibt es viele 1-Personen-Zelte, die sogar mit kompletter Packung unter 1 Kilo wiegen…

Ich hatte das Enan im Auge – die leichte, abgespeckte Version des Akto, sozusagen dessen Vorgänger –, aber der koreanische Importeur scheint es inzwischen nicht mehr einzuführen,

und man kann es nur noch im Ausland kaufen.

Nach langem Stöbern nach einem gebrauchten Exemplar in gutem Zustand habe ich schließlich ein offizielles, in Korea gekauftes Modell in Top-Kondition ergattert.

Dieses Zelt ist jetzt mein Zuhause^^

So sieht es aus, wie auf dem Bild oben. Die Höhe ist sehr niedrig, im Innenzelt kann man eigentlich nur schlafen, mehr gibt die Größe nicht her.

Die Apsis seitlich außerhalb des Innenzelts ist überraschend groß und geräumig, sodass man bei Regen darin kochen und essen kann.

Beim Kauf dieses Zelts war meine größte Überlegung: Soll ich ein freistehendes Tunnel-/Kuppelzelt nehmen oder ein nicht freistehendes?

Zwei Gestängebögen sind für jemanden, der allein unterwegs ist, eben auch ein Gewichtsfaktor, und ich wollte unbedingt eine vom Innenraum abgetrennte Apsis. Außerdem schleppe ich kein zusätzliches Tarp mit und baue auch keins auf –

deshalb bin ich, obwohl es viele leichte Zelte gibt, am Ende bei der populären Marke Hilleberg gelandet.

93 cm Höhe sind zugegebenermaßen nicht gerade üppig.

Dafür sind Gesamtlänge und Breite ziemlich großzügig. Diese Bauweise bietet bei wirklich heftigem Regen oder Schnee einen hervorragenden Raum, und genau solche Zelte mit dieser Struktur liebe ich sehr.

An der Schnittzeichnung oben sieht man… es gibt absolut keinen verschwendeten Platz. Selbst wenn ich Wanderschuhe und Stöcke in die Apsis stelle und Rucksack samt restlichem Gepäck ins Innenzelt packe, um dann zu schlafen,

dringt nichts bis auf die Matratze vor – und das Zelt lässt sich sowohl im Sommer als auch im Winter nutzen.

Ich habe gezielt nach der grünen Variante gesucht und sie gekauft; die Vornutzung schätze ich auf etwa 3 Mal.

Ob 3 oder 30 Mal – solange es sauber benutzt wurde, machen Material und Konstruktion keinerlei Probleme.

Das Mindestgewicht liegt unter 1 Kilo.

Das Packgewicht beträgt 1,2 Kilo. Wenn man ein paar Heringe weglässt und mit sogenannten Sardinen-Heringen mischt, kommt man auf etwa 1 Kilo… aber ich nutze es mit eingehängtem Footprint,

deshalb sollte man, wie in der obigen Packgewichtsangabe, von 1,2 Kilo ausgehen.

Zelte, die in der 1,2-Kilo-Klasse eine Apsis bieten und sich bei Regen gut behaupten, findet man – egal wie sehr man sucht – nur eine Handvoll.

Ich hab es einmal auf dem Spielplatz aufgebaut, aber leider hab ich kein Foto davon gemacht…

Die Zelte von Hilleberg passen ehrlich gesagt nicht so recht zum gerade angesagten Ultralight-Backpacking. Immerhin bin ich froh, dass die oben genannten Modelle als Nachfolger des bisherigen Akto auf den Markt gekommen sind. Bei Hilleberg-Zelten sind die Vor- und Nachteile ziemlich eindeutig.

Vorteile

Konstruktion und Material, die mit den unterschiedlichsten Wetterlagen klarkommen

Aufbau und Abbau mit verbundenem Außenzelt, Innenzelt und Footprint möglich

Bei den meisten Modellen eine Apsis

Ein hervorragendes Belüftungssystem

Nachteile

Großes Packvolumen

Hohes Packgewicht

Bei manchen Modellen ein Preis, der nicht nachvollziehbar ist

Wer Ultralight-Backpacking betreibt, bevorzugt deshalb wohl eher andere Modelle, aber ich muss erst mal mit einem vertrauten Modell anfangen und will Gewicht und Volumen dann nach und nach reduzieren.

In den nächsten Beiträgen geht es dann um den Rucksack, nach dem ich gerade noch suche… (falls ich einen finde) sowie um die übrige Ausrüstung.

Vielen Dank.

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